Politik

Ius Porzhiae

 
 

Die Rechtsprechung in Porzhia hatte bereits viele verschiedene Stadien erreicht in der Vergangenheit. Galt zu Beginn oft noch das Motto “Auge um Auge” und mit unterschiedlicher Auffassung von Rechtsspruch, je nach Dorf oder Stadt, wandelte sich das alles im Laufe der Zeit. Die Monarchen erkannten schon bald, dass es sinnvoll ist und für das Volk besser, wenn es eine einheitliche Rechtsprechung gibt. So wurden dann auch die Gerichtshöfe gegründet und es musste bei jeder Straftat der Angeklagte vor einem Richter treten, welcher über das Strafmaß entschied. Viele Folianten wurden geschrieben um eine Vereinheitlichung zu ermöglichen.

Doch kam bald die Schwierigkeit, dass es zu wenig Richter gab und diese wiederum auch nur in den großen Städten saßen. Oftmals geschah es, dass eine Dorfgemeinschaft lieber Selbstjustiz verübte, als die lange Reise zur nächsten Stadt auf sich zu nehmen. Wieder reagierten die Monarchen auf das Problem und es wurden Wanderrichter entsandt, welche von Ort zu Ort reisten und dort die Verurteilten anhörten und über das weitere Vorgehen entschieden oder auch den Bestraften in den Kerker überbrachten. Es gab zwar auch die Todesstrafe diese wurde jedoch nur bei extrem schwerwiegenden Verbrechen erhoben, wie zum Beispiel Landesverrat. Das lief lange Zeit sehr gut, doch war es nicht gerade günstig, da man den Richtern ja möglichst viel Komfort geben wollte und dies alles mit der Staatskasse gezahlt werden musste.

Als der letzte Monarch entthront wurde, beschloss der Ältestenrat, dass man das alles günstiger machen konnte und so wurden die Wanderrichter abgesetzt. Stattdessen erhielten die Hauptmänner der Ewigen Wache eine Grundausbildung in Rechtssprechung und waren fortan auch als Richter unterwegs. In der Theorie sollten sie alle gleich handeln und nach besten Wissen und Gewissen Recht sprechen, doch ist es nur allzu klar, dass dies nicht oft so verläuft. Stimmt zum Beispiel die Entlohnung, wird auch mal eine Bestrafung ausgesucht, die völlig unpassend ist oder die Anklage gänzlich fallengelassen.

Dies hat zur Folge, dass sich wohlhabende Bürger sehr über diese Änderung freuen, die Armen jedoch noch mehr leiden müssen. Laut Gesetzbuch gibt es verschiedene Arten der Vergehen, welche eben auch unterschiedlich hart bestraft werden sollten. Aktuell werden immer weniger Delinquenten eingekerkert, stattdessen jedoch sehr oft körperlich bestraft. So werden zum Beispiel bei Diebstählen die Finger gebrochen oder Hände abgehackt. Einzig eben Bürger mit gewissen Reichtum, bleiben vor so harten körperlichen Beeinflussungen verschont. Oft wird auch zufällig ein Gefangener währen der “Flucht” erschossen, so spart man sich den Weg zum Kerker. Allgemein wird die Todesstrafe sehr häufig verwendet, denn sobald sich ein Betroffener zu sehr beschwert, wird er des Hochverrates an dem Ältestenrat bezichtigt und schon hat der Ewige Wächter einen Grund für, teils mannigfaltige Arten der Todesstrafe.  Wer Magie wider seinen Mitmenschen einsetzt muss damit leben, dass er nach Morlyn zum Magiergericht geschickt wird. Was genau hinter diesen verschwiegenen Mauern geschieht weiß keiner, der nicht dort tätig ist oder eben schuldig ist. Eines ist aber sicher, denn alle die dort vor Gericht kamen, sind entweder nie wieder gesehen worden oder nur noch als sabbernde Irre.

In letzter Zeit gibt es immer mehr Beschwerden über das Verhalten der Ewigen Wache als Richter, doch solange der Ältestenrat noch an der Macht ist, wird es wohl keine Änderung geben. Leider sind die armen Bürger nun oftmals persönlichen Grausamkeiten ausgesetzt und viele sind sich einig, dass eine Kerkerstrafe oder Geldbuße in angebrachten Maße, zur Zeiten der Monarchen, bei weiten das bessere Übel war, als die aktuelle Rechtslage unter der Ewigen Wache. Ein idealer Grund für Monarchentreue, weiter gegen die Ältesten und für einen neuen Monarchen zu arbeiten…

 

Hierarchie in Porzhia


 
Vor dem Fall des Monarchen:

Zur Zeit des Monarchen stand eben dieser an oberster Stelle. Er war nicht nur der Herrscher über den Stadtstaat Porzhia, sondern auch über das ganze Land. Die anderen Stadtstaaten selbst hatten Edle, welche ihrerseits die Herrschaft über das Gebiet inne hatten. Diese konnten mehr oder minder uneingeschränkt tun und lassen was sie wollten, jedoch mussten sie immer wieder an den Hof des Monarchen zusammen kommen und dort Rede und Antwort stehen. Sollte dem Monarchen irgendetwas zu Ohren gekommen sein, was nicht mit seiner Politik überein stimmte, so wurden die amtierenden Edlen kurzerhand ausgewechselt. Im Laufe der Zeit hat jeder Stadtstaat eine eigene Regierungsform entwickelt. Zum Beispiel war es in Morlyn lange Zeit Sitte, dass ein Magierkonzil die Aufsicht hatte. Diese hatten dann zusätzlich das politische Amt eines Edlen inne. Auch in Koaden besann man sich und es gab immer einen menschlichen und einen zwergische Regenten. Diese waren ebenfalls Edle und führten den Stadtstaat an. Zuweilen beschloss ein Herrscher, seine Verantwortung mit anderen Personen zu teilen und diese wurden ebenfalls zu Edlen berufen, wobei dies immer vom Monarchen abgesegnet werden musste. Je nach Zuneigung des Monarchen ging dies zügig oder quälend langsam von statten, oder vielleicht auch überhaupt nicht. Doch dann kam der Fall des Monarchen…
 
 

Nach dem Fall des Monarchen:
 
Der Monarch ward gestürzt und die Edlen bangten um ihre Ämter. Schnell wurde ihnen jedoch klar, dass der Ältestenrat durchaus bestechlich war. Manche Edlen zahlten viel Geld und behielten so ihren Titel und Einfluss. Eigentlich hat sich nicht viel geändert, außer dass die Edlen des Landes nun statt dem Monarchen, dem Ältestenrat unterstellt sind. Die meisten Regenten können ganz gut damit leben und da sie zumeist über beachtliche finanzielle Mittel verfügen, ist ihnen die Gunst des Ältestenrates gewiss…

Der Ältestenrat:
 
 


Louis Rochard, Hauptmann der Ewigen Wache
 
Louis ist mit seinen gut 45 Jahren ein erfahrener Veteran. Er hat aktiv beim Fall des Monarchen mitgeholfen und kann sich bis jetzt noch nicht damit abfinden, dass seine Mannen es nicht geschafft haben, den Sohn des Monarchen zu finden. Er regiert die Ewige Wache mit eiserner Hand und seine mächtige Stimme ist weithin zu hören. Gerechterweise soll er sich lieber mit jungen Männern als mit holden Damen umgeben, jedoch kann keiner das sicher berichten. Er trägt, wenn er nicht im Dienste ist, immer sehr noble Kleidung und auch sein Haupt und Barthaar sind immer gut frisiert. Er ist ein Meister mit dem Rapier und bisher hat ihn noch keiner im Zweikampf geschlagen. Sein Verhältnis zur Mehrheit des Ältestenrates ist sehr positiv, noch dazu, da er selbst im Ältestenrat sitzt.
 
 
Großadmiral Jean Antoine
 
Jean Antoine ist ein alter Seebär. Mit seinen 60 Jahren hat er schon ein recht hohes Alter aber seine Erfahrung auf hoher See sind unübertrefflich. Als Anführer der Handelsmarine hat er natürlich auch viel Einfluss und einen Sitz im Ältestenrat. Mittlerweile wird er immer gemütlicher und genießt den Wohlstand, den sein Amt mit sich bringt. Als Mann der mehr Zeit auf See, denn auf dem Lande verbracht hatte, war ihm nie ein Familienleben vergönnt. Zuweilen lässt ihn das sehr melancholisch werden und oft sieht man ihn, wie er in der Stadt die Kinder beim spielen beobachtet. Gerade jüngere Mitglieder des Ältestenrates haben bei ihm gute Karten und er schlägt sich oft auf deren Seite. Nichtsdestotrotz versucht er immer wieder die Zölle für Einfuhren zu erhöhen und es scheint fast so, als ob er eine gewisse Abneigung gegen nicht Porzhianer hätte.
 
 
Samuel J Lacks
 
Samuel ist der Vertreter im Ältestenrat, welcher für Gwrimon spricht. Dieser Mittvierziger ist ein hervorragender Ritter und hat schon viele Turniere gewonnen. Er hat damals beim Monarchensturz eine tragende Rolle in Gwrimon inne gehabt und dort viele der einfachen Bevölkerung davon überzeugt, dass der Monarch ein übler Mensch war. Als Edler erhoffte er sich, dass sein Einfluss beim Volk steigen würde und er dann der Stadtherr von Gwrimon werden würde. Dazu hat es zwar nicht gereicht, aber immerhin hat er einen Posten im Ältestenrat. Nach außen hin präsentiert er sich gerne als Beschützer der Schwachen, jedoch verwünscht er insgeheim das gemeine Volk. Man sagt, dass seine Angetraute, Felicitas Lacks, eine alte Hexe sei, doch ist sich die Bevölkerung einig, dass dies egal sei, solange Samuel auf ihrer Seite stünde.
 

Dietlind Rosmeier
 
Dietlind ist die Fürsprecherin von Koaden im Ältestenrat. Die grauhaarige 55 jährige Jungfer ist die Tochter der reichen Handelsfamilie Rosmeier. Ihr ganzes bisheriges Leben widmete sie dem Familienbetrieb und der Familienpatriach hat mit seinem stolzen Alter von 80 Lenzen beschlossen, dass seine Tochter sich im Ältestenrat involvieren sollte. Ihre politische Meinung weiß niemand, denn sie versucht immer nur die Finanzvermehrung voran zu bringen, um in den Augen ihres Vaters an Gunst zu steigen.
 
 
Fhenuch Radur
 
Der vierzig jährige Hüne ist ein wahrer Bär. Mit seinem dichten Rauschebart und seinem strengen Blick, jagt er so ziemlich jedem einen Heidenschrecken ein. Er stammt aus Sterdu und vertritt im Ältestenrat seine Heimat. Er ist sehr ungestüm und vertritt seine Meinung offen und vor allem lautstark. Seine offene Haltung, dass ein Monarch eh nur Schwierigkeiten bringt, hat ihn viele Freunde gebracht, jedoch auch genauso viele Feinde. Wenn es nach ihm ginge, würde Porzhia versuchen noch mehr Ländereien zu erkunden und zu erobern. Er hat einen gewissen ausländerfeindlichen Ruf und auch daraus macht er keinen Hehl.
 
 
Jolie Dumas
 
Eine der berühmtesten Poetinnen und Autorinnen von Porzhia. Sie vertritt den Stadtstaat Porzhia und ihre monrachentreue Einstellung missfällt vielen Mitgliedern des Rates. Jedoch ist sie, dank ihrer vielen Geschichten, ein Liebling des Volkes und berühmt sind unter anderem ihre Erzählungen von den 5 Musketieren. Verheiratet ist sie mit Alexej aus Koaden. Er nahm jedoch den Nachnamen seiner Frau an, da sich Dumas doch besser anhört als Schmidt. Da sie mit ihren 35 Jahren noch sehr jung ist, hat sie noch viele Möglichkeiten die Welt zu verändern. Gerüchte besagen, dass sie ihren Mann nur wegen dessen Geld geheiratet hat und insgeheim eine Liaison mit einem überlebenden Musketier hat. Dieser Musketier hatte wohl damals die Intrige hinter dem Fall des Monarchen aufgedeckt und soll mit einer zwielichtigen Gruppe untergetaucht sein um insgeheim den Nachkommen des Monarchen zu finden. Vielleicht ist dies alles aber auch nur eine neue Geschichte der Jolie Dumas und sie will mit den Gerüchten die Werbetrommel rühren.
 
 
Cadmasch Crannegson
 
Der Zwerg ist nur aus einem Grund im Ältestenrat. Er möchte an mehr Gold kommen. Als der Hochkönig ein Mitglied seiner Leute für den Rat auswählen sollte fanden sich erst keine Freiwilligen. Das Interesse der Zwerge an diesem neuen Ältestenrat war eher gering. Schließlich trat Cadmasch vor und bot sich an. Er sprach gute Worte, er wolle die Handelsbeziehungen verstärken, alles zum Ruhme der Zwerge. So also kam der Zwerg in den Rat. Eine politische Meinung hat er nicht wirklich. Er ist auf der Seite desjenigen der am besten zahlen kann.

 
Magier Ulric Rowan

Über dieses Ratsmitglied weiß man noch nicht wirklich viel zu berichten. Er ist sehr undurchschaubar und man weiß schlussendlich nur, dass er aus dem berühmten Dohlenturm bei Morlyn kommt und eben auch diesen Stadtstaat repräsentiert.
 

Doreen Schwarzblatt
 
Diese wunderschöne Elfe ist kurz nach der Gründung des Ältestenrates in eben jenen einbezogen worden. Ihre ersten Worte nach der Begrüßung waren: "der Name dieser Versammlung ist leider lächerlich, wenn wir der Bestimmung durch den Namen folgen würden, dürften hier nur Zwerge und Elfen sitzen." Dieser Einwand fand keine weiteren Befürworter und so mancher fragte sich, warum überhaupt eine Elfe dabei sein musste. Doreen ist bekannt dafür, eines der wenigen unbestechlichen Mitglieder des Ältestenrats zu sein. Eingesetzt wurde sie auf drängen der Magier aus Morlyn, doch wenigstens eine Elfe im Rat aufzunehmen, repräsentativ für die Einigkeit des Landes. Doreen ist intelligent genug, sich bei den Entscheidungen nicht auf Teufel komm raus gegen die Mehrheit zu stellen. Sie versucht subtil die Meinungen der anderen Mitglieder zu ändern, was mal klappt, mal nicht. Schwarzblatt scheint im Rat fehl am Platz zu sein, aber sie geht trotzdem nicht, es kursiert die Vermutung das sie sich insgeheim über die Politik amüsiert. Zu dem Thema des Monarchen enthält sie sich, da es hauptsächlich für die Menschen interessant ist.
 
 
Hubert Stahler
 
Hubert ist ein ca sechzig Jahre alter, einfacher Bewohner Porzhias. Er ist eher einfacher Natur und wurde als Vertreter des einfachen Volkes in den Rat gewählt. Sein Leben verbrachte er auf einem Bauernhof etwas außerhalb von Porzhia. Irgendwann wurde aus dem jungen Burschen ein Herr und er war der Vorsteher der Dorfbüttel. Dabei war es nur den fleißigen anderen Bütteln zu verdanken, dass er seine Stellung nicht verlor, da er doch oft sehr schusselig ist. Während dem Sturz des Monarchen wusste er nicht auf welcher Seite er kämpfen sollte und so focht er die erste Hälfe für den Monarchen und gegen Ende stand er auf Seiten der Aufständigen. In der finalen Schlacht stolperte der Hauptmann der Musketiere und stürzte in die Mistgabel von Hubert. So wurde er von den Aufständigen zum Helden auserkoren und erhielt fortan seinen Platz im Ältestenrat. Eigentlich würde er ja einfach nur eine Familie gründen wollen, doch das ist ihm bewusst, dass er in seinem hohen Alter dies wohl nicht mehr schaffen wird. So zieht er von Freudenhaus zu Freudenhaus und verprasst sein Geld bei den Huren der Gegend.

 

Gruppierungen

 

Die Ewige Wache

 

Die Ewige Wache lässt sich zurückführen auf den ehemaligen Musketier Jaques Rochard. Dieser wurde ausgestoßen und wollte sich an den Musketieren rächen. Ihm war klar, dass er das nur mit einer Truppe an Kämpfern tun könnte und zugleich wusste er, dass er den guten Ruf der Musketiere zerstören und in den Dreck treten müsste. Er verhalf also immer wieder der einfachen Bevölkerung und bald war die Ewige Wache so etwas wie andernorts die Büttel. Sie halfen beim fangen von Verbrechern, beschützten Dörfer vor Überfällen und alles in allem schien es so, dass sie es immer gut mit den Menschen meinten.

Doch insgeheim arbeitete Rochard mit einigen Auserwählten an einer gewaltigen Intrige und auch wenn er wusste, dass er es vielleicht nicht mehr erleben wird, war ihm klar, dass seine Nachkommen ihn eines ´Tages rächen würden. In der Zwischenzeit wollten viele junge Männer und Frauen, denn im Gegensatz zu den Musketieren durften auch Frauen der Ewigen Wache beitreten, sich dieser Garde anschließen und es wurden etliche aufgenommen. Was wenig bekannt ist, ist die Tatsache, dass in erster Linie nur Kinder aus wohlhabenden Familien oder mit Eltern die in der Handelsgilde aktiv waren, gewählt wurden. Die Ewige Wache finanzierte sich durch spenden der Eltern und bald auch durch das verkaufen von Schutzbriefen für die Händler. Da in Porzhia der Handel schon immer groß geschrieben wurde, erreichte die Ewige Wache sehr bald einen Reichtum, der seines gleichen suchte. An allen wichtigen Handelsstellen fand man die Wächter, welche meist mit Kettenhemden, Wämsen, Schildern und Hellebarden oder auch mal mit Schwert und Axt bewaffnet waren und immer offen den grün weißen Wappenrock trugen. Für den Fernkampf nutzten sie überwiegend Armbrüste da Musketen sie zu sehr mit den Musketieren in Verbindung gebracht hätten. Dies sollte sich bis in die heutige Zeit nicht ändern.

Als dann die Zeit kam, dass der verrückte Monarch sein wahres Ich zeigte, reagierten die ewigen Wächter blitzschnell und griffen gemeinsam und mit geballter Macht die Musketiere an. Das ganze gipfelte in einem Bürgerkrieg von immensen Ausmaßen und schlussendlich wurde der Monarch getötet und die Musketiere dahin gemetzelt. Nur wenige der monarchischen Elite Garde konnten dem eisernen Griff der Ewigen Wache entkommen. Schnell gingen die Gerüchte um, dass der Sohn des Monarchen nicht gefunden wurde. Cicero Rochard, der amtierende Anführer der Ewigen Wache, setzte ein hohes Kopfgeld auf den Sohn des Monarchen aus und als dann noch der Ältestenrat die Ewige Wache als offizielle Exekutive einführte, schien der Sieg gewiss und die Rache des Jaques Rochard erfüllt.

Doch niemand fand den Monarchensohn, zumindest bis vor kurzem. Ein Bediensteter der Ewigen Wache hatte wohl vor ein paar Tagen in einer Taverne, nach dem Genuss von zu viel Wein, behauptet, dass seit einer Woche ein Gefangener in den Verließen der Wache eingekerkert ist. Niemand außer den obersten Heerführern durfte zu diesem Gefangenen, selbst das Essen wurde von diesen serviert und nicht von den einfachen Dienern. Zusätzlich behauptete der Bedienstete, dass dieser junge Mann wohl eine eiserne Maske trug und daher niemand sein Gesicht gesehen hat. Die Struktur der Ewigen Wache ist relativ einfach aufgebaut. Ein Kind wird gegen entsprechende Entlohnung aufgenommen und beginnt seinen Dienst als Knappe.

 

Wenn das Kind sein dreizehntes Lebensjahr erreicht und die Eltern eine gewisse Summe an die Wache spenden, wird das Kind zu einem vollwertigen Wächter. Dieser wird in Komturen eingeteilt, welche meistens einer Ortschaft oder einem Handelshaus vorstehen. Je nach Größe dieser Örtlichkeit, ist auch die Komturei entsprechend klein oder groß. Nun ist die Aufgabe des Wächters, Zölle einzutreiben, Banken und Wertgüter zu beschützen und allgemein dafür zu sorgen, dass die Wache irgendwie an Geld kommt. Wenn man genug Reichtum erwirtschaftet hat und bereit ist viel zu spenden oder seine Konkurrenz ausschalten kann, wird man irgendwann ein Hochkomtur. Dieser befehligt die Komturei. Aus den ganzen Hochkomturen wird dann der Rat des Goldes gewählt, wobei es immer genau sieben Ratsmitglieder sind. Diese sind direkt dem sogenannten Ewigen unterstellt, welcher immer ein Familienmitglied der Familie Rochard ist. Man könnte also zusammenfassend sagen, dass es bei der Ewigen Wache immer nur um Geld und den Wohlstand der Familie Rochard geht, was aber die meisten Leute ignorieren, da sie der Meinung sind, dass die Ewige Wache die guten Freunde des einfachen Bürgers sind.

 

EwigeWache
Ein Mitglied der Ewigen Wache

 

 

 

Die porzhianischen Handelsmarine

 

Nachdem Porzhia schon immer berühmt für seinen regen Handel war, ist es nicht sehr verwunderlich, dass es nicht lange dauerte und die Piraterie Hochkonjunktur erhielt. Immer wieder wurden die Handelsschiffe überfallen und die Ware entwendet.  Es muss nicht extra erwähnt werden, dass die Händler dadurch herbe Verluste einstecken mussten. Die Handelsgilde verlangte vom Monarchen, dass dieser seine Musketiere, damals noch Monarchen Garde, zum Schutz der Ware einsetzen solle. Natürlich war dies ein unmögliches Unterfangen und die Ewige Wache gab es zu dieser Zeit noch nicht. So beschlossen die Händler, dass sie entsprechende Preiserhöhungen auf Handelsgüter von und nach Übersee erhoben und mit dem Überschuss sich eine Art Söldnertruppe leisten würden um den Schutz der Ware zu gewährleisten.


Es dauerte nicht lange und sämtliche Händler waren bei dieser Sache dabei. So entstand die porzhianischen Handelsmarine. Die einstmaligen Söldner wurden bald mehr als nur das. Sie waren sich der ehrbaren Tätigkeit bewusst und wurden von vielen Menschen als wahre Helden angesehen. Der Kampf auf hoher See wurde schnell ihr Spezialgebiet und so leicht konnte niemand einen Marinesoldaten besiegen. Zusätzlich erhielten sie die bestmögliche Ausrüstung und auch ihre Schlachtschiffe wurden für den Kampf auf dem Meer optimiert. Es versteht sich von selbst, dass die Handelsmarine vom Reichtum der Handelsgilde profitiert und ihnen daher der Schutz der Handelsgüter sehr am Herzen liegt.


Als die Ewige Wache aufkam, sah sich die Handelsmarine zunächst in ihrem Revier bedroht, jedoch wurde schnell vom Ewigen Rochard bekannt gegeben, dass er sich nicht um die Belange auf See kümmern würde, wenn die Handelsmarine sich dafür nicht um die innerländlichen Geschehnisse kümmert. So wurden die beiden Organisationen zu Partnern und beide profitierten vom Gewinn der Händler. Natürlich ist es nicht verwunderlich, dass die Handelsmarine beim Sturz des Monarchen eher passiv blieb und es ihnen eher zu Gute kam, dass der Monarch entmachtet wurde. Ihnen war klar, dass der Ältestenrat sich mit entsprechender Bezahlung bestechen lassen würde und da ihre Schatzkammern bis zum bersten voll sind, war das das Geschickteste für sie.

Die Ränge in der Marine sind wie folgt: Zunächst ist man ein Matrose und für die allgemeinen Tätigkeiten an Bord zuständig. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Waffendrill sehr weit oben in der Liste der zu erlernenden Fähigkeiten steht. Wenn man sich in der Schlacht behauptet hat, steigt man weiter zum Maat. Dieser beaufsichtigt die Matrosen und untersteht direkt dem Wachtmeister.  Der Wachtmeister kümmert sich um die allgemeinen Dinge an Bord eines Schiffes. Der höchste Grad am Bord eines Schiffes ist dann der Kapitän, welchem die ganze Besatzung untersteht. Aus den Reihen der Kapitäne werden alle drei Jahre ganze neun Admiräle gewählt. Jedes Mitglied dieser sogenannten Admiralität hat die Oberaufsicht über ein gewisses Seegebiet inklusive der angrenzenden Küsten und vorgelagerten Inseln. Die neun Admiräle wählen einen Vertreter für die Öffentlichkeit und dieser Großadmiral erhält zugleich auch einen Sitz im Ältestenrat.

 

 

 

Porzhias Musketiere

Hier kann man einen kleinen Einblick zu den Musketieren aus Porzhia finden. Als der erste Monarch gekürt wurde, wurde sogleich beschlossen, dass er eine persönliche Truppe zu seinem Schutz erhalten sollte. So wurde die Monarchen Garde erschaffen und von jeher war es eine Ehre für eine porzhianischen Familie, wenn ein Familienmitglied dieser Truppe beitreten konnte. Damals gab es natürlich noch keine Musketen, jedoch den Umgang mit Rapier und Linkhand hatte man da schon perfektioniert. Die Musketiere mussten eine verhältnismäßig lange Ausbildung absolvieren und es war wichtig, dass sie nicht nur den Umgang mit den Waffen meisterten, sondern auch Etikette und Diplomatie erlernten, genauso wie auch Lesen und Schreiben.

Viele der Absolventen wurden auch erst aufgenommen, nachdem sie einen anderen Beruf erlernt hatten, denn entweder wurden erfahrene Männer ins Heer berufen oder Jünglinge, die bereits als kleine Kinder von ihren Familien in die Obhut der Garde gebracht wurden. Die Ausbildung hatte zum Ziel, kampferprobte, galante und gerissene Männer zu schaffen, deren Ehrgefühl und Treue zum Monarchen über allen anderen Bedürfnissen stand. Das Motto dieser Bruderschaft war seit den ersten Tagen “Einer für Alle und Alle für Einen” und man merkt bereits daran, dass der Zusammenhalt in der Garde stets wichtig für diese war. Hatte man mit seinen Kameraden Wachdienst, musste man sich auf sie verlassen können um jede noch so unmögliche Situation zu meistern.

Der Sold den die Musketiere bekamen, war im mittleren Durchschnitt und da es Verpflegung und Unterkunft gab, waren die Mitglieder meistens sehr zufrieden mit ihrem Leben. Die Waffen wurden oft innerhalb der Familie vererbt oder wenn man ohne entsprechende Reputation dazu kam, von der Staatskasse gezahlt. Als die ersten Schwarzpulver und Luntenschlosswaffen aufkamen, waren es die Monarchen Garde, die als erstes das Privileg erhielten diese zu nutzen.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Garde dann auch umbenannt zu den monarchentreuen porzhianischen Musketieren. Der Umgang mit der Muskete wurde so exzessiv geübt, dass kein anderer Nutzer dieser Waffe, der nicht eine Musketierausbildung genossen hat, so schnell nachladen, feuern und treffen konnte.

Doch nicht immer war alles gut in den Reihen der Musketiere. Sollten die Geschichten stimmen die man sich erzählte, so gab es dereinst einen Truppenführer der hoch hinaus wollte und der sogenannte “erste Musketier” werden wollte, der Rang, welcher immer von dem amtierenden Anführer der Garde beansprucht wurde. Doch wegen seiner jähzornig Art wurde er niemals ein führendes Mitglied und verließ die Bruderschaft um daraufhin die Ewige Wache zu gründen, welche in erster Linie für den Schutz der einfachen Bevölkerung stehen sollte. Dieser brillante Schachzug gewährte ihm viele Verbündete in den Reihen der einfachen Bürger und sein Ziel war es, die Musketiere dafür büßen zu lassen, dass er verschmäht wurde. Nach und nach ersann er Intrigen gegen die Garde und den Monarchen und dieser Rachefeldzug wurde auch von seiner Familie und seinen Nachkommen weiter voran getrieben.

Es ist natürlich daher auch nicht verwunderlich, dass die Händlergilden mit der Ewigen Wache zusammen am Fall des Monarchen arbeiteten und als dann noch der letzte amtierende Monarch einen gewissen Hang zum Größenwahn verfiel, gab eines dem anderen und der Putsch ging auf. In letzter Sekunde schafften es ein paar der Musketiere den Sohn des Monarchen zu retten und weg von Porzhia zu bringen. Niemand weiß, wo genau der Nachfolger hin gekommen ist. Es gibt Gerüchte, dass der Thronerbe irgendwo im Lande Porzhia auf der Flucht ist, jedoch gibt es mindestens genau so viele Gerüchte, dass er auch über das Meer in ein anderes Land gebracht wurde.

Eins steht jedoch fest, nämlich dass die Musketiere vor zehn Jahren tapfer gekämpft hatten und nur durch die Niedertracht der Ewigen Wache vernichtend geschlagen wurden. Der einberufene Ältestenrat arbeitete mit der Handelsmarine und der Ewigen Wache zusammen und das Musketier Korps wurde fortan verboten und gejagt. Die wenigen überlebenden Musketiere flüchteten und nahmen verdeckte Identitäten an. Manch einer wurde zum Söldner, andere gingen ihre ehemaligen Berufe nach. Sie alle wissen ganz genau, dass der wahre Erbe irgendwo dort draußen ist und es ihre Aufgabe sein wird, ihn zu finden und zu verteidigen. Die ganze Sache mit dem Ältestenrat ist nur eine Farce und jeder der Musketiere weiß, dass die Familie Rochard hinter all dem ganzen steckt und das nur, weil ihr Ahn damals nicht der Anführer der Musketiere wurde. Der Hass der Musketiere auf die Ewige Wache ist immer noch glühend und wird nicht so schnell vergessen werden. Jedem überlebenden Musketier ist bewusst, sollte der Monarch gefunden werden, wird wieder der wohlbekannte Ruf erklingen: “Einer für Alle und Alle für Einen!”

 

Die Musketiere in Porzhia haben zwar eine Rangstruktur, jedoch kann man nicht unbedingt sagen, dass es  für sie negativ oder gar eine Belastung wäre. Jeder weiß, dass seine Brüder im Geiste wichtig für den Erfolg einer Mission sind und ob der Bruder nun ein Capitaine oder ein Kadett ist, ist da eher zweitrangig. Hier mal eine Aufstellung der Ränge, wobei in erster Linie erbrachte Taten den Rang erhöhen, zweitrangig dann auch die Dienstzeit.
 
Man kommt entweder als Kind zu den Musketieren und ist dann ein Musketendiener oder oftmals herablassend Rohrputzer genannt. Irgendwann wird man dann zum Kadetten ernannt, oder wenn man erst später zu den Musketieren kommt, da man zum Beispiel vorher einen Beruf ausgeübt hatte, erhält man ebenfalls zu Beginn den Rang des Kadetten. Nach den ersten drei überlebten und bestandenen Missionen wird man dann zum Musketier befördert und hat damit den Rang eines normalen Soldaten. Wenn man gewisse Führungsqualitäten besitzt und beweist, wird man unter Umständen zu einem Leutnant und befehligt eine kleine Gruppe aus 5 bis 10 Mann. Mit zunehmender Erfahrung und Heldentaten wird man vielleicht der Anführer mehrer Truppen und so zum Marschall. Am Ende bleibt dann nur noch das Amt des Capitaine oder Hauptmann der Musketiere, welcher sogleich den Titel “Erster Musketier” mit sich bringt.
 
Die Ausrüstung und Kleidung der Musketiere setzt sich wie folgt zusammen. In der Regel werden eine einfache Stoffhose getragen und lange Stulpenstiefel. Gerade die reitenden Musketiere tragen oftmals noch Sporen. Ein einfaches Hemd ist die Basis des Obergewandes. Oftmals trägt ein Musketier einen Wams darüber, wahlweise aus Leder oder Wolle und Leinen. Wenn er in den Kampf zieht trägt ein Gardist auch häufig einen Mantel aus Leder über dem ganzen, wobei die reitenden Musketiere meistens lange Mäntel tragen und die eher laufenden kürzere Mäntel. Das Leder des Mantels ist zwar kein solcher Schutz wie ein Kettenhemd oder eine Plattenrüstung, jedoch ist die Beweglichkeit sowohl beim fechten mit dem Rapier, als auch beim schießen mit der Muskete viel wichtiger. 

Vor dem Fall des Monarchen trugen die Gardisten eine Lederschulter an ihrem kämpfenden Arm und darauf war das Zeichen der Musketiere angebracht. Meistens tragen die Musketiere einen Gürtel mit allen möglichen Dinge daran, oftmals mit einer dunkelblauen Schärpe daran oder darunter, da das Dunkelblau für den Monarchen steht. Das Bandolier für die Zündladungen der Muskete wird meistens quer über Schulter, Bauch und Rücken getragen. Die Musketen werden mit einem Luntenschloss Mechanismus betätigt und oftmals hängen am Gürtel eines Musketiers etliche Lunten. Ein jeder der Garde ist im Besitz eines Rapieres oder Degens und im Normalfall auch einer Linkhand. Im Winter oder bei hochoffiziellen Anlässen wird ein blauer Mantel über all dem ganzen getragen, welcher mit etlichen Knöpfen versehen ist und zum Beispiel bei Kälte bis oben zugeknöpft wird und beim fechten kann man den Mantel für Armfreiheit auf knöpfen. Jeder trägt die typischen Hüte, welche man in der Hauptstadt an allen Ecken und Enden sieht. Normalerweise wird eine Krempe des Hutes hochgesteckt um bessere Sicht zu gewähren und die Seite, mit welcher man die Muskete abfeuert, bleibt meistens herunter geklappt um vor den Rauch zu schützen, der beim Abfeuern entsteht. Die Hüte werden häufig mit vielen Federn geschmückt. Natürlich bleibt es einem jeden Musketier selbst überlassen wie er sich einkleidet, jedoch wird man immer irgendwo das Symbol der Musketiere finden und der Hut gehört genauso dazu, wie die Bewaffnung.

 

Musketiere
Hier kann man vier Musketiere sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Musketiersolo
Ein einzelner Musketier mit der typischen Lederschulter.