Koaden

Wappen Koaden

Koaden liegt in der Nähe des Schattengebirges. Gerade der Umgang mit Erzen und anderen Gesteinen wird hier perfektioniert und gut ein Drittel der Bevölkerung besteht aus Zwergen.
Viele Zwerge aus Runkarog marschieren täglich von dort nach Koaden und zurück, um den Handel am Leben zu erhalten.

In Koaden werden die besten Waffen und Rüstungen geschmiedet, die man als Mensch erhalten kann. Die fleißigsten und trickreichsten Händler kann man hier antreffen, denn gerade beim Handel mit Zwergen muss man großes Geschick beweisen. Auch die Technologie ist hier fast schon so weit fortgeschritten wie in der Hauptstadt und gerade auf dem Gebiet der Dampftechnologie, gibt es alle paar Tage neue Errungenschaften.

Die Koadener sind ziemlich hitzeresistent und ein jeder muss mindestens einmal in seinem Leben eine gewisse Zeit lang im Bergwerk gedient haben. Nur wer mindestens ein Jahr unter Tage verbracht hat, wird als Mann oder Frau angesehen, denn in Koaden sind Frauen gleichberechtigt. Wenn es stimmt was man sich erzählt, soll es auch die Gruppierung der Sternenschmiede geben. Dieser elitäre Orden, sollte er denn wirklich existieren, versteht sich hervorragend auf die Bearbeitung von metallischen Artefakten. Angeblich sollen sich in diesem Geheimbund sowohl Zwerge, als auch Elfen, als auch Menschen befinden und schon allein diese Kombination macht die Existenz fragwürdig.

Auch die Kunst des Steinmetzes wird hier gemeistert und daher ist es nicht sehr verwunderlich, wenn man mal die dicken Mauern der Stadt durchschritten hat, dass man Gebäude mit verschiedensten Stilrichtungen sieht. In Koaden gibt es so gut wie keine sozialen Unterschiede und der oberste Steinbrecher und die oberste Steinruferin sind in erster Linie auch nur nach Außen hin die Anführer der Stadt. Nach alter Sitte ist einer der beiden immer von menschlichem Geblüte und der jeweils andere Posten von einem Zwergen oder einer Zwergin besetzt. Auf den Mauern der Stadt findet man hinter den Zinnen auch einige zwergische Kriegsmaschinen und früher waren auch immer mindestens ein Regiment Musketiere hier stationiert. Wie Land auf und Land ab jedoch mittlerweile üblich, ist die Garnison der Musketiere auch hier schon halb verfallen.

Man munkelt, dass es im Untergrund der Stadt eine Bande der wildesten Kämpfer geben solle, welche für allerlei unehrbaren Kriege angeheuert werden können. Um jedoch mit diesem Gesindel ein Abkommen abzuschließen, muss man bei deren Grubenkämpfen mitmachen und bei drei Kämpfen als Sieger hervorgehen. Dafür kann man sich dann sicher sein, die agressivsten Streiter an seiner Seite zu haben, die in Porzhia jemals gesehen wurden. Niemand konnte dies bisher bestätigen und die Ewige Wache leugnet gänzlich die Existenz dieser Untergrundbewegung.

Wer durch die Straßen Koadens läuft braucht viel Ausdauer und gute Nerven, denn man hört fast rund um die Uhr wilde Hammerschläge aus den Schmieden und es liegt immer ein gewisser Dunst über der Stadt, was für Außsenstehende beim ersten Betreten durchaus zu Beklemmungsängsten führen kann.

 

 

Kleidung und Waffen

Der Reichtum ist in der Stadt der Händler fast überall zu sehen.

Sehr beliebt sind möglichst prunkvolle Gewänder mit aufgebauschten Ärmeln. Auch die andernorts häufig anzutreffende Landsknecht Kleidung ist sehr oft in Koaden zu finden.

Die Männer tragen gerne Heerpauken mit Strumpfhosen oder entsprechend langen Strümpfen. Oft werden diese Hosen in zwei unterschiedlichen Farben geschneidert, damit es noch pompöser wirkt.

Darüber werden sehr häufig entsprechende Hemden und Wämser getragen, auch sehr oft in zwei Farben. Hüftlange Mäntel werden zur kalten Jahreszeit angezogen und beim Thema Kopfbedeckung findet man sehr oft große Hüte oder Barette, wobei es auch viele gibt, die ohne Hut oder dergleichen herum laufen.

Das Schuhwerk ist zumeist ein Schnallenschuh wobei man aber auf Reisen auch gerne mal richtige Stiefel anzieht.

An Bewaffnung ist es sehr verschieden. Viele Bewohner Koadens sind reich genug um sich Leibwächter zu halten und benötigen daher keine eigene Bewaffnung. Weniger Glückliche tragen elegante Schwerter oder Degen, sehr oft aus Zwergenstahl. Die kleine Handarmbrust erfreut sich großer Beliebtheit.

Die Damen aus Koaden tragen stets Kleider oder Hemden und Röcke. Der Reifrock, welcher zu unterst getragen wird, ist in den letzten Jahren sehr in Mode gekommen. Prunkvolle Halskrausen sind gerade bei den wohlhabenderen Frauen hoch im Kurs und dazu trägt die Frau von Welt eine passende Hochsteckfrisur.

Natürlich sind Schmuckstücke jeglicher Art anzutreffen und um so ausladender um so besser.

Wer nun denkt, dass die Damen wehrlos sind, sollte auf der Hut sein. Oft ist die Haarnadel in der Frisur spitz genug, um einen Gegner zu erstechen.

Sehr viele Dinge aus Metall sind von zwergischer Machart und auch Edelsteine jeglicher Art gibt es, so scheint es, in Hülle und Fülle.

 

 

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Bewohner Porzhias sehr individuell sind und auch wenn es Vorlieben in den verschiedenen Stadtstaaten geben mag, bedeutet dies nicht, dass es zwingend so von jedem eingehalten wird. So mag es durchaus in Porzhia Stadt Einwohner geben, die auch mal ohne Kopfbedeckung unterwegs sind, oder in Sterdu wird vielleicht ein Händler auch mal Kleidung aus Koaden feil bieten und irgendeine reiche Händlerin holt sich diese. Doch die Mehrheit der Porzhianer wird versuchen sich den allgemeinen Gepflogenheiten unter zu ordnen.

 

 

Legenden aus Koaden
 
 


Die Sternenschmiede
 
Immer wieder hört man den Mythos der Sternenschmiede. Dabei soll es sich um einen Zusammenschluss der besten Schmiede aus Porzhia handeln, welche erstaunlicherweise sowohl Zwerge, Menschen, als auch Elfen beherbergt. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese drei Völker zusammen arbeiten um die besten Artefakte zu schmieden ist sehr gering und daher sehen viele Zuhörer in dieser Legende eben nur dies, eine schöne Geschichte die man sich am Lagerfeuer oder in der Taverne erzählt…
 
 
 
Die Untergrundkämpfer
 
Wer gerne einen erfolgreichen Feldzug plant, wird früher oder später von den Untergrundkämpfern aus Koaden hören. In der Kanalisation der Stadt soll es einen Bereich geben, welcher urbanisiert wurde und von den brutalsten Kämpfern Porzhias, wenn nicht sogar aller Welten, bewohnt wird. Immer wieder gibt es sogenannte Grubenkämpfe und angeblich sollen selbst einflussreiche Bürger Porzhias dort Wetten abschließen. Doch wird jeder der Gäste leugnen, dass es diesen Ort gibt und die Ewige Wache ist auch bemüht, dass sie derlei Geschichten immer schnellstmöglich aus dem Weg räumt. Würde es nach ihnen gehen, so gibt es weder diese Unterstadt noch die Untergrundkämpfer. Man sagt sich jedoch, dass ein Feldherr, welcher die besten Kämpen für sich gewinnen möchte, persönlich bei den Grubenkämpfen teilnehmen muss und drei Kämpfe überleben muss. Ob das die Wahrheit ist oder nur ein Mythos weiß niemand so richtig, jedoch hört man immer wieder mal, dass ein Kriegsherr nach Koaden gereist ist und nie wieder zurückgekehrt war…
 
 
 
Der verwunschene Braumeister
 
Wenn man nicht wegen der hervorragenden Schmiede nach Koaden kommt, dann sicher wegen dem ausgezeichneten Zwergenbier, welches dort gebraut wird. Vor etlichen Jahrhunderten soll es einen Menschen gegeben haben, der widerrechtlich in eine Zwergenbrauerei eingedrungen war um dort das Rezept zu stehlen. Ihm gelang dies Unterfangen und sogleich machte er sich am nächsten auf, sein eigenes Bier nach Zwergenart zu brauen. Nach langer Zeit war es fertig und er lud etliche Besucher zum Umtrunk ein. Als er die Humpen füllte, befand sich statt Bier nur widerliches Blut in den Gefäßen. Der Brauer wollte das nicht akzeptieren und kletterte an den Rand des Fasses. Er blickte herein und eh er sich versah, lag er im Fass und ertrank jämmerlich an dem Gebräu. Seitdem sieht man immer wieder des nächtens eine Gestalt durch die Gassen marschieren, welche ein Fass auf dem Rücken trägt und schier von diesem erdrückt wird. Bietet man dieser Gestalt Hilfe an, so wird man selbst für sieben Jahre und sieben Tage rastlos durch die Straßen ziehen, so erzählt man sich…
 
 
 
Die Opfer des großen Brandes
 
Mitten im Schmiedeviertel der Stadt gab es vor ungefähr 150 Jahren einen gewaltigen Brand. Was genau der Grund für diesen Brand war, ist in den Wirren der Geschichte verloren gegangen, jedoch starben etliche Bewohner des Viertels. Seitdem kann man immer wieder bei Vollmond die Todesschreie der Verstorbenen hören, so sagt man sich. Unlängst wurde jedoch eine Bande junger Knaben dingfest gemacht, welche sich in ein paar der alten Ruinen versteckt hatten und wildes Todesgeschrei von sich gaben. Ein paar tapfere Zwerge forschten nach der Ursache und fanden die Burschen, woraufhin sie arretiert wurden. Es bleibt abzuwarten, ob der Spuk damit ein Ende gefunden hat, oder es doch mehr ist, was dahinter steckt…
 
 
 
Die glückliche und die unglückliche Silbermünze
 
Schon seit vielen Jahrhunderten hört man immer wieder die Geschichte von den zwei Silbermünzen des Glückes und des Unglücks. Um den Hintergrund zu verstehen muss man in die Geschichte eintauchen. Vor langer Zeit lockte ein Händler aus Koaden einen berühmten Zwergenschmied in einen Hinterhalt. Dazu heuerte der Händler eine handvoll Räuber an und diese nahmen den Zwerg gefangen. Der Händler kam dann als Retter in der Not vorbei und erfeilschte die Freiheit des Zwerges, doch dieser erkannte sofort, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Der Zwerg musste dem Händler versprechen, ihm einen Gegenstand zu erschaffen, welcher dem Menschen immerwährendes Glück bescheren sollte. Der Schmied willigte ein und verbrachte einige Zeit in der Schmiede. Der Händler wurde irgendwann ungeduldig und sah nach dem Geretteten. Just in diesem Moment schritt der Zwerg hervor und hob zwei Silbermünzen in die Höhe. Mit ernster Miene sprach er, “oh nobler Retter. Hier sollst Du die zwei Schicksalsmünzen erhalten. Eine davon wird Dir Glück bringen und die andere wird Dich ins Unglück stürzen. Wähle weise, welche Du bei dir trägst.” Der Händler war verwirrt und erbost zugleich. Er forderte den Zwerg auf, ihm zu zeigen welche Münze für was war, doch der Zwerg rang ihn nieder und verschwand. Der Betrüger überlegte und beschloss, dass er beide Münzen mitnehmen sollte und beim Glücksspiel könnte er dann erst eine auf Seite legen um dann festzustellen, welche Münze für was war. Im schlimmsten Fall würde er ein paar Geldstücke verlieren, jedoch sollte er dann ja beim Wechsel der beiden Schicksalsmünzen, wieder vom Glück gesegnet sein und könnte sich so sein Geld wieder zurück holen. Gesagt getan. In der Taverne nahm er eine der Münzen beiseite und begann mit dem Spiel. Zunächst gewann er ein Spiel nach dem anderen und er wähnte sich schon in Sicherheit. Als er dann zu seinem Beutel mit der abgelegten Münze blickte, sah er dass diese verschwunden war und dachte bei sich, dass dies ja nicht so tragisch war, da es eh die Pechmünze war. Doch freute er sich zu früh. Mit einem mal wurde sein Kartenspiel immer schlechter und er verlor haushoch.  Da er seine anderen Geldmünzen im Beutel mit der Pechmünze aufbewahrte, hatte er keine Zahlungsmöglichkeiten und seine Mitspiele waren nicht sehr erfreut darüber. Als er aufstehen wollte, wurde er hin und her geschupst und aus der Taverne geworfen. Leider lag genau an dem Ort, auf welchen er landete, ein alter und rostiger Rechen und dieser stach ihm mitten ins Gesicht. Er verlor ein Auge und schleppte sich mit Müh und Not zum nächsten Heiler. Dieser verarztete die Wunden, doch verwendete er wohl unsauberes Werkzeug, denn all seine Wunden entzündeten sich. Nach einer Woche war der Händler verstorben und seitdem hört man immer wieder von wahren Pechvögeln und Glückspilzen…
 
 
 
Der metallene Golem

In Koaden wird gerade den Kindern immer wieder die Geschichte vom metallenen Golem erzählt. Ein verrückter Wissenschaftler der Technicusakademie ließ sich in Koaden zur Ruhe, doch war ihm dies zu langweilig. Er tüftelte und bastelte um sich einen Gefährten zu erschaffen, welcher ihn zum Beispiel im Haushalt helfen konnte oder mit dem er wissenschaftliche Konversationen betreiben konnte. Alles schien perfekt zu laufen und kurz vor Vollendung seines Werkes gab es ein Unwetter über der Stadt. Blitze zuckten vom Himmel und das Gewittergrollen zog übers Land. Einer der Blitze traf das Gebäude und die empfindsamen Apparate wurden überladen. Doch war dies nicht alles. Der metallene Golem erwachte frühzeitig zum Leben und erhob sich. Rasend vor Zorn erschlug er seinen Herren und Meister und verwüstete das Laboratorium. Danach verschwand das Geschöpf in die Nacht und seitdem findet man, gerade im Umland, immer wieder zerstörte Gehöfte. Falls es Überlebende gibt, erzählen diese immer wieder von einem Monstrum, welches über zwei Schritt groß ist und gänzlich in Metall gehüllt ist. Nur die Edelsteine, welches das Wesen als Augen hatte, glühten in unheiligem rot…