Sterdu

Wappen Sterdu

Sterdu als Stadt zu bezeichnen ist schon eher amüsant als ernst gemeint, aber doch ist es etwas mehr als nur ein Dorf.

Ursprünglich waren es etliche kleine Behausungen am Waldesrand, die alle sich auf Holzarbeiten spezialisierten. Doch in den Tiefen des Waldes lauerten viele finstere Schrecken und schon bald erkannten die Bewohner, dass es sinnvoller ist, sich zusammen zu tun. Die Dorfältesten debattierten über die Zukunft und sämtliche Behausungen und Gehöfte wurden zu einem Städtlein zusammen gefasst und Sterdu genannt. Die meisten Häuser sind allesamt aus Holz und eine riesige Holzpallisade wurde um das Areal erbaut. Alle paar Schritt wurden Wachtürme erbaut, denn so manch wildes Getier und Ungetüm bricht zuweilen aus dem Wald heraus. Holz ist das wichtigste Gut hier und es wird reger Handel damit betrieben, sei es zu den Zwergen oder auch in die Hauptstadt. Die Lage am großen Fluss ist natürlich Ideal geeignet um da Holz über Wasserwege zu transportieren.
Fast alle Sterduer haben ein fast schon natürliches Geschick im Umgang mit Holz und sie verstehen sich auch darauf, gerade immer so viel Holz abzubauen, dass der Wald nicht vollständig gerodet wird und sich immer wieder regenerieren kann.

Die Bewohner Sterdus werden von den drei Dorfältesten geleitet, ein Amt welches vom Vater zum Sohn oder von der Mutter zur Tochter weiter vererbt wird. Mindetens einer der Drei ist auch im Ältestenrat von Porzhia vertreten, wobei es den meisten Sterduer relativ egal ist, was in der Hauptstadt geschieht.

Der Glaube an die Drei, also Licht, Dunkel und Zwielicht ist hier so gut wie nicht vorhanden. Hierzulande betet man eher zu den Geistern des Waldes. Nymphen, Dryaden und Baumriesen werden hier eher verehrt als eine überweltliche Enthität. Wenn man durch den Wald marschieren möchte, stößt man immer wieder auf urtümlich wirkende Schreine und die alten Weisen, zuweilen auch Druiden von Externen genannt, sorgen dafür, dass die Geister der Wildnis gewogen bleiben. Wenn es stimmt was man sich erzählt, hat der Große Waldgeist verschiedene Gestalten in denen er seinen Ergebenen erscheint, sei es ein weißer Hirsch, ein Mensch mit Geweih, ein aufrechtgehender Wolf oder Bär und vieles mehr. Allen Formen ist aber gemein, dass sie stets ein helles weiß als Haut oder Fellfarbe besitzen.

Auch mit den Elfen der Wälder verstehen sich die Bewohner Sterdus relativ gut. Die Kleidung und Bewaffnung ist eher von schlichter und einfacher Natur und erinnert ein wenig an die der Kelten, Wikinger und Germanen aus anderen Welten. Intellekt und Weisheit zählen nicht gerade zu den stärken und die Bewohner haben es nicht so mit Fremden. Man bleibt am liebsten unter sich, einzig die wenigen Holzhändler sind geselliger Natur.

Die Sterduer erzählen sich am Lagerfeuer viele Schauermärchen von den Bewohnern des Waldes. Eine sehr oft erzählte Geschichte ist die von den Auserwählten des Großen Waldgeist, welche sich in Tiere und Mischformen, halb Mensch halb Tier verwandeln können. Ob dies stimmt und ob es wirklich Auserwählte und nicht kranke Lykanthropen sind, weiß niemand so wirklich, denn bisher hat noch kein Nicht- Sterduer diese Wesen getroffen.

 

 

Kleidung und Waffen

In der Waldstadt ist die Kleidung genauso zweckmäßig wie alles andere auch. Man hat dort wenig Sinn für nutzlosen Zierrat und pompöse Gewänder. Außerdem muss die Gewandung so gemacht sein, dass man auch mal vor einem wilden Tier davon laufen kann oder sich seiner Haut erwehren kann.

Sämtliche Kleidung ist aus Leinen, Wolle, Leder oder Fellen gehalten.

Typisch ist auch, dass man sehr oft alles, was man zum Leben braucht, an seinem Gürtel trägt. Sei es nun ein Brotmesser, ein Löffel, Handwerksmaterial und vieles mehr.

Die Männer haben meist Hosen, die so geschnitten sind, dass man sich gut durch den Wald bewegen kann. Darüber wird zumeist eine Tunika getragen, die wahlweise lang oder kurzärmelig ist. Auch ein Gugel oder Umhang ist häufig anzutreffen, wobei viele Sterduer so robust und widerstandsfähig sind, dass sie nicht, wie die anderen Porzhianer, sich vor dem Wetter schützen müssen. Kopfbedeckungen findet man, im Vergleich zu den anderen Stadtstaaten, eher selten und viele tragen ihr Haar lang und kunstvoll, jedoch praktisch, geflochten.

Das Schuhwerk ist unterschiedlicher Natur. Vom hohen Lederstiefel bis zu Holzpantoffeln findet man alles.

Die Bewaffnung ist von roher Natur. Äxte, Beile, Knüppel oder Waffen, die man gefunden hat werden genutzt. Auch der Umgang mit dem Wurfbeil, dem Wurfspieß oder dem Bogen beherrschen viele Sterduer.

Die Frauen Sterdus tragen sehr oft Hosen, wie auch die Männer. Jedoch findet man auch häufig Röcke und Kleider. Fast alles ist von einfachem Schnitt, jedoch wird der Stoff oftmals bunt gefärbt und auch Karomuster und einfache Stickereien sind anzutreffen. Ansonsten gibt es wenig Unterschiede zu den Männern und auch der Umgang mit Waffen wird von sehr vielen Frauen sehr gut beherrscht.

Viele Bewohner Sterdus färben sich ihre Gesichter in bunten Farben ein, gerade zu besonderen Festlichkeiten oder wenn ihre Stadt mal wieder von Ungeheuern aus dem Wald angegriffen werden.

Auch Knochen und Federn werden oft als Schmuckstücke verwendet, jedoch fast nur für Festlichkeiten. Während dem normalen Alltag behindern diese Dinge meist nur und werden daher weggelassen.

 

 

SterduDame
Ein Gast aus einer anderen Welt, welcher jedoch schön zeigt, wie auch die Gewandung in Sterdu aussehen kann.

 

 

SterduMann
Ein Gast aus einer anderen Welt, welcher jedoch schön zeigt, wie auch die Gewandung in Sterdu aussehen kann.

 

 

Legenden aus Sterdu
 
 


Die Wächter der Natur
 
In den Wäldern um Sterdu soll es einen mysteriösen Druiden und Hexen Orden geben, welcher auf den Namen “Wächter der Natur” hört. Diese Naturliebhaber wollen den Fortschritt der Technik aufhalten und sabotieren immer wieder zwergische Expeditionen und Unternehmungen der Technicus Gilde. Wenn es stimmt was man sich erzählt, scheuen sie auch nicht davor zurück zum Beispiel eine Herde wilder Tiere mit ihrer Magie zu bezaubern und damit Dörfer und Weiler zu attackieren, wenn diese sich gegen die Natur wenden. Natürlich kann es auch sein, dass dies alles nur Geschwätz ist und der Orden überhaupt nicht existiert. Wer weiß das schon…
 
 
 
Das Rudel
 
Die Sterduer sind ja ein ganz besonderer Menschenschlag und in ihren eigenen Geschichten, sind Menschen die sich in Tiere verwandeln können ja gesegnet. Doch werden sich am Herdfeuer oft die Geschichte des Rudels erzählt. Diese Gruppierung soll einstmals aussätzige Menschen beherbergt haben, die sich zu sehr mit den Tieren einließen und nun halb Mensch und halb Tier sind. Nicht nur die üblichen Werwölfe, nein auch andere Werkreaturen sollen dort zusammen existieren und immer wieder Jagd auf die Menschen des Waldes machen…
 
 
 
Der Schreckensturm
 
Ungefähr eine Tagesreise von Sterdu entfernt, mitten im Walde, steht ein obsidianer Turm. Überwuchert mit allerlei Efeu und Ranken und ohne ersichtlichen Eingang, steht dieses Gemäuer dort schon seit hunderten von Jahren. Die Außenwand ist absolut glatt und es ist nicht zu erkennen, wie der Turm erbaut wurde. Um den Turm herum liegen etliche Gerippe und Skelette, denn ein jeder, der versucht den Turm zu erklimmen, stürzte bisher in den Tod. Man erzählt verschiedenes über dies mysteriöse Bauwerk, so soll es einst einen unheiligen Magier als Zuflucht gedient haben, aber auch eine wunderschöne Edle soll dort schon gefangen gehalten worden. Niemand weiß sicher, was sich im Inneren des Turmes befindet und gerade das zieht immer wieder Abenteurer in den Bann des Denkmals. Vor kurzem hat ein wagemutiger Erfinder der Technicusakademie ein Gefährt entwickelt, mit welchen er, gleich einem Vogel, in die Luft steigen konnte. Er wollte zur Spitze des Turmes fliegen und dort nach einem Eingang suchen und viele Schaulustige versammelten sich zu diesem Ereignis. Das seltsame Flugobjekt erhob sich sogar für gute 20 Schritt in die Lüfte und als der Pilot einen Freudenschrei ausstieß, erfasste ihn ein gar wilder Sturm und er wurde von einem plötzlich auftauchend Blitz getroffen, woraufhin er tot zu Boden fiel…
 
 
 
 
Die Bestie Shailachor
 
Immer wieder erzählt man in den Gasthäusern die Geschichte von der Bestie Shailachor. Dieses Wesen soll in dem großen See, gleich außerhalb von Sterdu, ihr Unwesen treiben. Immer wieder verschwinden Fischer, die zu weit raus fahren auf dem See und es gilt als sicheres Zeichen der Ankunft der Bestie, wenn Nebel über den See aufsteigt. Es gab bisher noch keine Überlebenden, wobei es aber schier unendlich viele Geschichten über das Äußere der Bestie gibt. Wer auch immer es sein mag, der die Bestie gesehen hat und mit dem Leben davon kam. Es wird von einer riesigen Seeschlange gesprochen, ein Wassertroll, ein gewaltiger Hai oder sogar ein Seedrache. Was davon der Wahrheit entspricht kann man jedoch nicht sicher sagen, nur seid gewarnt ihr abenteuerlustigen Recken, denn niemand überlebt den Nebel auf dem See…
 
 
 
Der Baumriese Farunukh
 
Dieses seltsame Wesen, welches für die Betrachter meistens nicht von einem Baum zu unterscheiden ist, ist eine viel besungene Sagengestalt. Für die Sterduer ist der Baumriese, welchen sie Farunukh nennen, ein großartiger Beschützer. Immer wieder hört man, wie einer der Hinterwäldler unterwegs war, von einem Rudel wilder Tiere angefallen wurde, welche sogleich von einem umherspazierenden Baum in die Flucht geschlagen wurden. Doch sollte man auch Vorsicht walten lassen, denn nur wer im Einklang mit der Natur steht, kann sich des Schutzes sicher sein. Frevler wider der Natur werden mit schmetternden Schlägen und Tritten zu Brei verarbeitet…
 
 
 
Der weiße Werwolf
 
Als Gruselgeschichte wird sich in Sterdu die Legende vom Weißen Werwolf eingeprägt haben. Es war einmal ein Jägersmann in einem kleinen Dorf wie Sterdu, wo er gemeinsam mit seiner Frau lebte. Es war ein friedliches Dorf und in den Wäldern gab es wenig Wölfe oder Füchse also konnte er seinem Beruf in Ruhe nachgehen. Seit einiger Zeit jedoch hatte sich der Bestand drastisch reduziert. Seine Fallen blieben leer und er hatte zunehmendst Schwierigkeiten Beute zu finden. Eines Tages fand er den Grund heraus: Ein Werwolf riss die Tiere, die er so anstrengend zu Jagen versuchte. Es war aber ein besonderer Werwolf. Normalerweise ist das Fell braun bis schwarz, bei diesem Exemplar war es weiß. Es hatte jemand also ein Geschenk des Waldgottes empfangen und wurde von ihm gesegnet. Also ließ der Jägersmann zunächst von dem Tier ab. In den kommenden Wochen häuften sich allerdings die Probleme um die Nahrungsknappheit. Es gab immer weniger Wild zu Jagen und man fand übel zugerichtete Kadaver, die nicht aus Hunger sondern aus Vergnügen geschlachtet wurden. Man musste dem ein Ende setzen, auch wenn jemand das Geschenk des Waldgottes erhalten hat - scheinbar konnte er nicht damit umgehen. Und so machte sich der Jägersmann auf, die Bestie zu erlegen, die sein Dorf an den Rand der Vernichtung treibt. Tagelang war er unterwegs und hatte das Biest zu einer Höhle verfolgt, wo es scheinbar seine Beute verschleppte und fraß, denn er fand viele Gerippe. Er lieferte sich einen erbitterten Zweikampf mit dem Monster und es gelang ihm zumindest eine Pfote abzuschlagen, bevor der Wolfsmensch entkommen konnte. Wenn er nicht verblutete, dürfte er zumindest ernste Schwierigkeiten bei der Jagd haben, dachte er sich. Er wickelte seine Trophäe in ein Tuch und begab sich stolz nach Hause. Dort sah er seine Frau am Tisch sitzen, ihren Arm in ein blutiges Tuch gewickelt. Der Jägersmann hatte einen schrecklichen Verdacht und holte sofort seine Trophäe heraus. Er entwickelte das Tuch und es kam eine zarte Frauenhand zum Vorschein. Blind vor Wut tötete er seine Frau und ward danach nie wieder gesehen. Gerüchten zufolge habe er sich umgebracht, weil er mit der Scham nicht leben konnte, dass ausgerechnet seine Frau das Geschenk des Waldgottes nicht zu würdigen wusste. Man erzählt diese Geschichte vor allem kleinen Kindern, um ihnen Angst zu machen "Wenn du nicht brav bist, holt dich der weiße Werwolf genauso wie die anderen Tiere!"
 
 
 
 
Die Tiermärchen
 
Wenn man auf alle Tiermärchen aus Sterdu eingehen wollen würde, dann hätte man die nächsten Jahrzehnte nichts anderes mehr zu tun. Für beinahe jedes Tier, welches in und um den Wald lebt, haben die Hinterwäldler eigene Geschichten und Märchen. Allen gemein ist jedoch, dass man mit der Natur im Einklang leben sollte und dass man aus eigenem Antrieb heraus auch etwas schaffen kann.