Gwrimon

Das Wappen Gwrimons

 

 

Gwrimon ist ein typisches mittelalterliches Städtchen.
Im Stadtkern liegt die gewaltige Burg, in deren Inneren sich regelmäßig die Ordenshauptmänner der Ritterorden zusammen tun. Von diesen wird dann alle drei Jahre der Sheriff von Gwrimon gewählt, welcher schlussendlich als eine Art Bürgermeister fungiert. Je nach Einstellung unterstützt der Sheriff mehr oder weniger den Ältestenrat.
Schreitet man durch das Burgtor den Berg hinab, gelangt man in den inneren Ring, welcher wiederum von einer Mauer umgeben ist. Im inneren Ring befinden sich die verschiedenen Ordensgebäude der diversen Ritterorden und ebenfalls eine Garnison der Ewigen Wache und ehemals der Musketiere, welche jedoch genauso heruntergekommen ist, wie in Porzhia.
Die Architektur erinnert an das Gotische und in Gwrimon werden Gebäude dafür gebaut, stabil und wehrhaft zu sein, nicht um schön auszusehen.


Verlässt man den inneren Ring kommt man in den mittleren Ring, welcher ungefähr auf halber Höhe des Berges liegt. Im mittleren Ring sind die vielen Händler und Vergnügungsetablissements, ebenso wohnt dort die Mehrheit der Bewohner. Auch hier wirken die Häuser alle wie Wehrgebäude und nicht wie Wohnhäuser.
Der Reisende wird nun den äußeren Ring betreten, welcher auch drei Tore nach außen besitzt und damit einhergehend ins Umland führt. Im äußeren Ring findet man viele Tagelöhner und einfache Handwerker, jedoch entlang der Hauptstrasse auch viele Unterkünfte für Reisende, die nur kurz hier halt machen. Besonders zu erwähnen ist das glückliche Feld, ein relativ großes Areal aus Grünanlagen nicht unweit des Südtores und am Fluß gelegen. Doch sollte man keinen falschen Eindruck dieses riesigen Parkes erhalten, denn nicht zum flanieren wurde er errichtet, sondern um die stolzen Rösser der Ritterorden zu bewirten. Es gibt diverse Gatter der Orden und diese werden von jedem Orden selbst bewacht und das noch mehr als eine Bank. Die Pferde sind für die Gwrimoner wichtiger als alles andere und ein Ritter würde wohl eher für sein Pferd sterben, als für seine Geliebte, zumindest munkelt man das andernorts.


Die Wachen der Pferde sind zumeist von einem älteren Veteranen angeführt und gerade die Knappen müssen während ihrer Lehrzeit sehr häufig dort auch Wache halten.

Vor der Stadt, welche auch oftmals einfach nur "Die Burg" genannt wird, erstrecken sich weite Felder voller Feldfrüchte und außerdem der riesige Turney Platz. Zu allen möglichen und unöglichen Gründen und Veranstaltungen treffen sich dort die Bewohner Gwrimons und erfreuen sich am tjosten und turnieren. Der Sheriff tut gut daran, immer wieder ein Turney auszurichten und gerade auch in den einfachen Disziplinen, wie zum Beispiel dem Bogenschießen, darf auch der einfache Mann teilnehmen.


Marschiert man noch etwas weiter drängen sich dichte Wälder um die Felder und allerlei Gesindel und Wesenheiten sollen dort ihr Unwesen treiben. Gerüchterweise befindet sich auch im Wald zwischen Gwrimon und Porzhia das Versteck der Räuberbande um den berühmten "Grünen Schützen". Viel wird sich über diese Gestalt erzählt, das einfache Volk sieht ihn und seine Kameraden als Retter und Heilsbringer an, die Ewige Wache und die Ritterorden, so wie der Sheriff, sehen in ihm eine große Bedrohung an, welche dringend ausgelöscht werden sollte. Doch dies ist einfacher gesagt als getan, denn scheint es so, dass der Grüne Schütze wohl keine real existierende Person ist, sondern nur ein Geist, der immer wieder auftaucht und wieder verschwindet. Vielleicht aber, ist er mit dem Zwielicht im Bunde und beherrscht die Kunst des Versteckens und der Tarnung einfach nur so perfekt, dass die Schergen des Sheriffs ihn noch nicht entdecken konnten. Wenn es stimmt was man sich über den Grünen Schützen erzählt, soll er den Umgang mit Bogen und Pfeil besser als ein Elf beherrschen und selbst mit verschlossenen Augen sein Ziel auf hunderte Schritt Entfernung treffen. Immer wieder, wenn es den Bewohnern des Umlandes schlecht geht, taucht diese, in grün und braun gekleidete Gestalt auf und verteilt Lebensmittel, erzählt man sich zumindest.

Der allgemeine Gwrimoner ist sehr störrisch und eher robuster Natur. Das höfische und etikettenreiche Leben der Hauptstädtler ist ihnen im allgemeinen zuwider. Selbst die Geringsten sind stolz auf Die Burg und die Ritterorden, fühlt sich doch jeder Bewohner Gwrimons zu einem der Orden hingezogen. Viele Burgler, wie die Gwrimoner zuweilen genannt werden, sind eher abergläubischer Natur, jedoch haben sie ein relativ gutes Verständnis für das Leben in der Natur. Ein rauher aber herzlicher Menschenschlag, die einem meist auch offen ins Gesicht sagen, was sie denken.

 

Die Ritterorden Gwrimons




Orden des Lichtes


Die Ritter des Ordens des Lichtes sind allesamt ehrbare Paladine, welche ihr Leben gänzlich dem Licht verschrieben haben. Diese Ritter sind so voller Aufrichtigkeit, dass sie leider auch sehr leicht beeinflussbar sind, wenn man einen Weg findet, das Ziel als rechtschaffend gut zu definieren. Die mächtigsten unter ihnen sind zugleich Priester des Lichtes und sind daher auch in der magischen Heilkunst bewandert. Sie reiten stets die edelsten Schimmel und ihre Rüstungen sind immer auf Hochglanz poliert.


Orden der Dunkelheit


Dieser Orden stellt die kämpfende Einheit der Kirche der Dunkelheit. Diese wortkargen Streiter reiten wie der Tod persönlich in die Schlacht, auf ihren Rappen und die Rüstungen sind zumeist in Schwarz gehalten mit dunklen Farbakzenten. Auch Zeichen des Todes und der Bedrohung prangen überall an ihnen, seien es Totenschädel oder anderes Düsteres. Doch sollte man diesem Orden trotzdem zu Dank verpflichtet sein, denn sie sind es, die gerade im Kampf gegen Untote ihren Mann stehen und die Bevölkerung retten.


Orden des Zwielichts


Der Ritterorden des Zwielichts wird von den meisten anderen Orden nicht wirklich als Ritter angesehen. Sie reiten graue Pferde und tragen nicht unbedingt viel Rüstung. Sieht man sie, sind sie zumeist in weiten und wallenden Gewändern gehüllt und keiner weiß, was sie wirklich für eine Funktion haben. Auch das Ordenshaus ist im Vergleich mickrig und auf dem Schlachtfeld findet man höchstens drei dieser Ritter gleichzeitig. Sie kommen kurz vor der Schlacht, verschwinden jedoch relativ zügig und dann gehen schon Gerüchte um, dass die Hauptmänner des Feindes auf mysteriöse Weise umgekommen sind.




Orden der fahrenden Ritter


Dieser relativ große Orden ist berühmt für seine Ausbildung und die heißspörnigen jungen Ritter. Sie sind immer an vorderster Front und erpicht darauf, den Feind von Angesicht zu Angesicht entgegen zu treten. Ab einem gewissen Alter verlassen die meisten Mitglieder den Orden und schließen sich einen der anderen Orden an. Es gehört sozusagen zum guten Ton, eine zeitlang bei den fahrenden Rittern dabei gewesen zu sein.



Orden der Ritter des gleißenden Stahls


Ein Ritter vom Orden des gleißenden Stahls wird relativ oft zu sehen sein. Sobald man alt genug ist um die fahrenden Ritter zu verlassen und nicht gerade einem der klerikalen Orden beitreten möchte, wird es einen wohl zu diesem Orden verschlagen. Ihre Waffen und Rüstungen weisen zwar schon einige Gebrauchsspuren auf, da sie innerhalb des Ordens immer wieder weitergegeben werden, jedoch wissen diese Veteranen auch mit ihnen umzugehen.


Orden der Drachenritter


Nur Krieger mit viel Erfahrung können hoffen diesem Orden beizutreten. Das mächtigste aller Lebwesen, der Drache garselbst, verziert alles in diesem Orden. Die Aufgabe der Drachenritter ist es, durchs Land zu ziehen, einzig mit ihrem Knappen, und die monströsen Ungeheuer zu bezwingen. Dies erfordert viel Mut und Kampfgeschick und es geschieht sehr selten, dass ein Ritter lange in diesem Orden bleibt. Meist ist sein Leben relativ schnell beendet. Gerade unter den Troubadouren Gwrimons, sind es aber die Drachenritter, welche besungen werden, denn wenn man es lang genug überlebt, steht man früher oder später fast jeder Bestie gegenüber. Viele Mitglieder dieses Ordens haben in ihrer Vergangenheit in irgendeiner Form Schande über sich gebracht und wollen nun entwederm im Kampf sterben oder durch größte Heldentaten ihren Ruf wiederherstellen.

 

 

Kleidung und Waffen

In der Stadt der Ritter wird natürlich nicht nur die komplette Ritterrüstung getragen, wie viele vielleicht denken mögen.

Die Herren tragen zumeist Beinlinge, welche direkt an der Bruche an genestelt sind. Darüber wird normalerweise eine Tunika aus Leinen oder Wolle getragen, welche wahlweise bis kurz unter der Hüfte oder bis zu den Knien geht. Die Farbgebung ist eher einfach gehalten und auch der Schnitt ist eher praktischer Natur. Umhänge, sehr häufig mit Fellen besetzt, werden um die Schultern getragen und als Kopfbedeckung findet man vielerlei Dinge. Entweder trägt man gleich anstatt eines Umhangs einen Gugel, welcher auch als Kopfbedeckung dient, oder es werden einfache Hauben und Hüte getragen. Anders als in Porzhia Stadt ist es jedoch nicht so, dass unbedingt jeder etwas auf dem Kopfe trägt. Die Schuhe sind oft spitz zulaufend und sogar mit gebogenem Ende. Je nach Wetterlage sind die Stiefel knöchelhoch oder auch mal länger. Die einfache Bevölkerung trägt auch sehr oft einfache lederne Bundschuhe. Jeder Gwrimoner trägt ein Messer mit sich, da dies auch sehr häufig für die Arbeit oder zum Essen verwendet wird. Die Edlen und höher gestellten Bewohner haben fast immer ein Langschwert an der Seite gegürtet. Der einfache Bauer oder Handwerker hat sehr oft eine Beil oder einen Hammer im Gürtel, mit dem er sich auch zu verteidigen weiß. Zur Jagd werden Langbögen oder Armbrüste verwendet, wobei letzteres eher von Edlen und reichen Bürgern. Einige Ritter beherrschen den Umgang mit dem Reiterbogen und können dank jahrelanger Übung auch ihr Ziel im vollen Galopp treffen.

Die Damen tragen allesamt Kleider. Egal ob arm oder Reich, wird ein schlichtes Unterkleid getragen, meist in weiß gehalten und aus einfachem Leinen. Darüber wird ein zweckmäßig geschnittenes Kleid entweder ebenfalls aus Leinen oder Wolle getragen und sowohl die Unterschicht, als auch die Edlen, tragen ihre Kleider bodenlang, damit kein Bein gezeigt wird. Die Edlen und höhergestellten Frauen tragen oftmals verzierte Gürtel, die restlichen Damen haben einfache Ledergürtel mit allerlei Täschchen und Beutelchen daran. Auch die Frauen Gwrimons nutzen Gugel und Umhänge gegen die Kälte oder gegen den Regen. Einfache Bundhauben werden von den arbeitenden Damen genutzt und die Edlen nutzen prunkvolle Haarnetze. Als Schuhe wird das gleiche genutzt, wie es auch die Männer tun.

Waffen sieht man bei den Frauen Gwrimons eher selten, auch wenn manche sich bestimmt mit Knüppeln oder dergleichen verteidigen kann.

 

 

einfache Gwrimon Bürger
Zwei einfache Bürger aus Gwrimon. Ein Förster und dessen Eheweib.

 

 

 

Legenden rund um Gwrimon
 
 


Der Grüne Schütze
 
Wer kennt sie nicht, die jahrhunderte alte Geschichte vom Grünen Schützen. Immer wieder hört man davon, dass ein grüner Bogenschütze im Umland Gwrimons unterwegs ist. Er erscheint wie aus dem Nichts, überfällt reiche Händler oder die Steuereintreiber der Ewigen Wache und anschließend ist er wieder spurlos verschwunden. Kurze Zeit darauf hat dann ein nahegelegenes Dorf etwas mehr Reichtümer als normal. Die meisten einfachen Bewohner Gwrimons sind sich sicher, dass der Schütze ein Feenwesen ist, welches extra herbei eilt um den Bürgern zu helfen. Die Ewige Wache und der Ältestenrat sind überzeugt davon, dass es einfach nur ein Wegelagerer ist der sich selbst bereichern möchte. Was auch immer stimmen mag, bei der einfachen Bevölkerung ist der Schütze als Held und Retter gerne gesehen…
 
 
 
Der Geisterritter
 
In Gwrimon wird ja im allgemeinen sehr viel an Geister und Untote geglaubt und da ist es natürlich nicht verwunderlich, dass es auch die Geschichte des Geisterritters gibt. Man erzählt sich, dass er dereinst ein Templer des Zwielichts war, welcher von seinem Kardinal den Auftrag erhielt ein heiliges Artefakt von Gwrimon nach Porzhia zu bringen. Kurz nach Beginn seiner Reise wurde er von einem Raubritter zum Duell herausgefordert und da er noch sehr heißblütig war, dachte er nicht an das Artefakt sondern nur an seine Ehre. Also nahm er das Duell an, jedoch focht der Raubritter nicht ehrenhaft und der Templer wurde von einem Armbrustbolzen hinterrücks niedergestreckt. Der Raubritter erbeutete das Artefakt und zog mit seiner Truppe wieder zurück zu ihrem Unterschlupf. Der Zwielicht Templer hatte gefehlt und so kam es, dass das Zwielicht ihn als Geist auferstehen ließ um das Artefakt zurück zu holen. Er spürte den Raubritter auf und für kurze Zeit war es ihm vergönnt, stoffliche Gestalt anzunehmen um ein Duell auszutragen. Der Templer errang nach kurzer Zeit die Oberhand und der Raubritter lag erschlagen am Boden. Seine Mannen flüchteten und das Artefakt wurde im Tempel des Zwielicht in Porzhia gefunden. Seitdem erzählt man sich immer wieder, dass der Geisterritter jenen erscheint, welche unehrenhaft kämpfen. Manch aufgeklärter Geist mag zwar behaupten, dass es eine Geschichte der Ritterorden für deren Knappen sei, damit diese immer dem Ritterkodex folgen, doch ist es schon verwunderlich, dass man ab und an einen toten Raubritter vorfindet, mit vom Schrecken weit aufgerissenen Augen…
 
 
 
Das veränderte Kind
 
Ab und an vernimmt man in Gwrimon die Geschichte des veränderten Kindes. Ein Ehepaar war lange Jahre kinderlos geblieben und trotz aller Versuche und Gebete änderte sich nichts an diesem Zustand. Der Mann, ein einfacher Waidmann, war auf der Jagd im Walde unterwegs und irgendwann erspähte er einen Hirsch mit goldenem Geweih. Was für ein Prachtexemplar dachte der Jäger und legte zum Schuss an. Doch dann überkam ihm Mitleid mit dem Tier und er ließ seinen Bogen und den Pfeil zu Boden gleiten. Der Hirsch kam auf ihn zu und der Mann vernahm eine Stimme in seinem Kopf. “Du hast mein Leben verschont und zum Dank werde ich Dir einen Wunsch gewähren.” Der Waidmann war verblüfft und ehe er viel nachdenken konnte meinte er, dass er und seine Frau ein Kind haben sollten. Der Hirsch löste sich alsdann in Luft auf und als der Mann nach Hause kam, lag an der Pforte zu seiner Blockhütte ein Weidenkorb in welchem ein Kindlein schlummerte. Er nahm den Korb und eilte zu seinem Weibe um ihr dieses Wunder zu zeigen, jedoch verschwieg er ihr, das Ereignis mit dem Hirsch. Sie nahmen das Kleinkind auf und es wuchs schnell heran. Von außerordentlicher Schönheit und Eleganz war das Kind, jedoch war es vom Wesen sehr launisch und teilweise richtig bösartig. Es spielte allen anderen Mitmenschen übelste Streiche und es dauerte nicht lange, da lockte es sogar ein anderes Kind absichtlich in eine Bärenfalle, nur um es jammern und weinen zu hören. Die Eltern wussten weder Ein noch Aus und bald wollte niemand mehr etwas mit ihnen zu tun haben. Der Jäger erzählte dann irgendwann seiner Frau die Geschichte mit dem Hirsch und diese war starr vor Schrecken. Das Kind musste ein Feenkind sein, da war die Frau sich sicher. Sie mussten das Geschöpf beseitigen, bevor es noch mehr Unheil anzetteln konnte und so nahm die Frau das Kind mit in den Wald um Kräuter zu sammeln. Der Jäger indes versteckte sich im Wald und legte sich auf die Lauer, um das Feenwesen zu erschießen. Als seine Frau und der Jüngling ankamen, zielte der Waidmann und schoss seinen Pfeil auf den vermeintlichen Sohn. Doch der Pfeil ging einfach durch ihn hindurch und traf die Frau des Jägers mitten ins Herz. Sie kippte um, noch bevor sie gewahr war, was überhaupt passierte. Der Mann rann zu ihr und verfluchte den Jüngling, doch dieser war bereits verschwunden. Als er über seiner Frau kniete vernahm er ein wildes Gebrüll und als er sich umsah, wurde er schon von einem goldenen Geweih aufgespießt. Ein Dorfbewohner fand die beiden Leichen auf und ein jeder im Dorfe, wusste, dass es nicht natürlich war. Seitdem hört man immer wieder davon, dass auffällige Kinder vielleicht in Wahrheit nur Sprösslinge der Feen seien, welche gekommen sind, um die Menschen zu plagen…
 
 
 
Das Feentor
 
In Gwrimon weiß ein jeder, dass es Feentore gibt. Seien es seltsam anmutende Pilzkreise, komisch verbogene Baumäste, die ein Portal bilden, oder auch die als Feenhügel bekannte Region, nördlich der Stadt. Manch einer behauptet, man muss sich dreimal linksherum drehen, andere behaupten man muss mit geschlossenen Augen rückwärts durch laufen und wieder andere erzählen sich ganz andere Methoden, um ein Feentor zu öffnen. Allen gemein ist jedoch die Tatsache, dass man wohl ins Reich der Feen gelangen kann und einem dort noch nie gesehene Wunder erwarten. Es soll unbegrenzte Reichtümer geben, Speisen von herausragender Qualität, hübsche Maiden und Recken welche einen sofort in ihren Bann ziehen und allerlei mehr Wunderwerke. Doch sollte man auch gewarnt sein, denn oftmals behalten einen die Feen in ihrem Reich und machen den Besucher zu einem Sklaven ihrer Gelüste. Außerdem vergeht die Zeit anders als in unseren Reichen und es gibt Erzählungen von Menschen, die als Kinder verschwanden und nach einer Woche als Greis wieder auftauchten. Aber auch alte Vetteln, welche nach einem Tag wieder kamen und bildhübsch und jung waren, soll es geben. Jedoch sind diese Heimkehrer allesamt nicht mehr Herren ihrer Sinne und wirken wie wahnsinnig…
 
 
 
Der unsterbliche Edle
 
Im Nordwesten der Stadt, ungefähr zwei Tagesmärsche entfernt, gibt es eine alte Burgruine. Viele Mythen und Märchen kursieren über diese, doch keine Geschichte ist so interessant wie die des unsterblichen Edlen. Vor einigen hundert Jahren, als die Ruine noch eine ansehnliche Burg war, war sie der Wohnsitz eines Edlen. Er regierte sein Land mit eiserner Hand, jedoch war er auch stets gerecht zu seinen Untertanen. Diejenigen, welche ein Verbrechen begangen hatten, wurden entsprechend verurteilt und die, welche sich nichts zu Schulden kommen ließen, hatten ihren Frieden. Doch kam es, dass der Edle sehr krank wurde und zu sterben drohte. Man schickte Heiler von überall her und selbst die Priester der Drei konnten nicht helfen. Die Dienerschaft, welche sehr um ihren Herren besorgt war, betete unablässig für dessen Genesung und eines Abends klopfte es am Tor der Burg. Ein großgewachsener und stattlicher Mann, gehüllt in dunklen Gewändern, bat um Einlass und versprach Hilfe für den Edlen. Die Dienerschaft zögerte nicht lange und bat den Fremden herein. Dieser inspizierte den Kranken und nach kurzer Zeit verlangte er drei Jungfrauen. Die Untergebenen erstaunten ob diesen Wunsches und als der Dienstälteste wagte zu fragen, für was denn Jungfrauen von Nöten seien, sprach der Fremde mit eisiger Stimme. Wenn ihr wollt, dass euer Herr weiter für euch sorgt, dann tut wie euch geheißen und bringt mir die drei Maiden. So dann entsandt man einen der jüngeren Diener ins nahegelegne Dorf und einige Zeit später kam dieser mit drei hübschen Jungfrauen zurück. Sie wurden zum Schlafgemach des Edlen geleitet und der Fremde ließ sie ins Zimmer herein und verschloss das Tor hinter ihnen. Die Dienerschaft sinnierte über das alles nach und langsam überkam sie das Grauen. Als die Mitte der Nacht erreicht war, vernahm man aus dem Gemach wildes Gekreische und Todesschreie. Die Dienerschaft warf sich gegen die Türe, doch konnten sie diese nicht aufstemmen.  Kurze Zeit später wurde die Pforte geöffnet und der Edle trat heraus. Er war bleich, doch lebte er und bewegte sich geschmeidiger denn je. Hinter ihm kam der Fremde heraus und nickte dem Edlen zu. “Ihr kennt den Preis“, war alles was er sprach und dann verschwand er in die Nacht. Die Dienerschaft war hell erfreut über den scheinbar genesenen Edlen und der Dienstälteste bot an, ein freudiges Fest am nächsten Tage zu feiern. Doch der Edle bot ihm Einhalt und meinte, dass er erstmal Ruhe bräuchte und sie in einer Woche am Abend ein Fest veranstalten könnten. Gesagt getan und eine Woche lang war der Edle nicht mehr zu sehen. Als der Abend der Feier kam, wurden viele Edle aus den Umlanden geladen und es wurde getanzt, gezecht, gelacht und gesungen. Nur der Edle saß leichenblass auf seinem Thron und weder sah man ihn Speisen zu sich nehmen, noch etwas trinken. Als es Mitternacht war,  erhob sich der Edle und eh man sich versah, wurde er zu einer mordlüsternen Bestie, welche alle Anwesenden zerfleischte und in ihrem Blut badete. So erzählt man es sich zumindest. Schnell wurde diese Schandtat erzählt und es dauerte nicht lange, dass eine Gesandtschaft Templer vorbei kamen und die Burg samt allen Insassen schleifte. Nach dem die Eroberungsfeuer sich gelegt hatten wurden die Leichen begutachtet, doch der Edle wurde nicht gefunden. Seitdem erzählt man sich immer wieder, dass der bleiche Edle irgendwo auftaucht und sich am Blut der Lebenden labt…
 
 
 
Das bärtige Männlein
 
Eine oft erzählte Mär ist die, welche vom bärtigen Männlein handelt. Immer wieder soll es auftauchen, kleiner noch als ein Zwerg, aber mit einem wilden und langen Bart, welcher jedem Zwerg vor Neid erblassen lässt. Ein Meister der Rätsel, so sagt man sich, stellt es einen zu einer Herausforderung. Wenn man drei Rätsel richtig errät, so soll man reich belohnt werden. Fehlt man jedoch, so darf das Männlein mit einem anstellen, was es mag und das für einen ganzen Tag lang. Nun muss man jedoch dazu sagen, dass die Rätsel von so hinterlistiger Natur sind, dass bisher noch nie einer diese lösen konnte. Wird irgendwo im Umland eine Person vermisst, so erzählt man sich häufig, dass sie wohl dem bärtigen Männlein begegnet sein muss…
 
 
 
 
Der Wurm von Gwrimon
 
Gerade unter jungen Burschen erblüht die Legende um den Wurm von Gwrimon. In den umliegenden Wäldern soll es einen gewaltigen Wurm geben, welcher wohl einem Drachen ähnelt, jedoch ohne Flügel. Dieser verschlingt alles und jeden. Schon viele Ritter machten sich auf die Suche nach diesem Untier, doch kehrten sie nie zurück oder wenn sie doch wieder kamen, dann hatten sie nie den Hort dieses Ungetüms gefunden. Seine schuppige Haut soll selbst die Kugeln von Zwergenkanonen abhalten können und der Legende nach, kann nur ein beherzter und aufrichtiger Jüngling, welcher den Dreien treu ergeben ist, die Macht besitzen, dieses Wesen zur Strecke zu bringen…
 
 
 
Die Sümpfe der Rastlosen
 
Auf dem Weg nach Morlyn kommt man an einem sehr großen Sumpfgebiet vorbei. Immer wieder gehen dort Reisende verschollen und es ist die Rede von Irrlichtern, welche die Wanderer in ihren Bann ziehen und weiter ins Moor locken. Dort verlaufen sie sich oft und stürzen in das Brackwasser um dort zu versinken und jämmerlich zu sterben. Die vermeintlich Glücklichen, welche nicht versinken, kommen vom Weg ab und wenn es stimmt, was man sich erzählt, lauern rastlose Leichen dort und verspeisen die Überlebenden mit Haut und Haaren. Natürlich werden diese Geschichten als Altweibergeschwätz abgetan und die Ewige Wache versichert jeden Reisenden, dass ihnen keine Gefahr droht…