Porzhia

Das Wappen Porzhias

 

Die meisten werden die Hauptstadt wohl vom Hafen her betreten. Die Architektur ist wohl am ehesten mit dem Barock zu vergleichen. Etliche Wasserläufe trennen die verschiedenen Bereiche der Stadt und daher wirkt es ein wenig wie Venedig. Es ist durchaus üblich, auf den Wasserwegen von A nach B zu kommen und die Handelsmarine betreibt extra hierfür Gondoliere, die einen gegen entsprechende Entlohnung überall hinbringen.

Die verschiedenen Viertel der Stadt:

Hafenviertel


Im Hafenviertel findet man die unterste Schicht der Bewohner Porzhias. Hier sind Messerstechereien an der Tagesordnung und nur wer der Handelsmarine entsprechende Bezahlung zukommen lässt kommt ohne große Schwierigkeiten in die anderen Viertel der Stadt weiter. Auf der anderen Seite findet man im Hafenviertel aber auch so ziemlich alles was man sucht, von mysteriösen Reagenzien bis hin zu speziellen Rauschmittel gibt es dort alles was man sich nur vorstellen kann. Auch die ganzen Nicht Porzhianer haben es sich im Hafenviertel wohnlich gemacht. Man findet dort etliche Rassen und Kulturen, vom Asiaten bis hin zu Nichtmenschlichen ist alles vertreten. Die Einheimischen Porzhianer wird man eher selten im Hafenviertel antreffen, denn dies geziemt sich nur dann, wenn man direkt ein Schiff betritt.



Gelehrtenviertel


Im Gelehrtenviertel findet man überdurchschnittlich viele Türme. Im Gegensatz zu den trutzigen Wehrtürmen entlang der Stadtmauer sind diese Türme grazil und elegant. Die meisten davon sind in weißer Farbe gehalten, jedoch weisen gerade die Türme bei der Technicus und bei der Magierakademie gewisse dunkle Verfärbungen auf. In der Akademie der Technici werden diverse Dampf betriebene Geräte ersonnen und man findet auch viele Zwerge dort. Wenn die Gerüchte stimmen, so wird derzeitig an einem fliegenden Schiff getüftelt, jedoch kann man sich nicht auf das Gerede verlassen, da die Technici einen extremen und geheimnistuerischen Codex haben an den sich jeder Mitarbeiter und Studen der Akademie hält. Die Geschichten, was mit Schwätzern geschieht, hält einen jeden davon ab, etwas zu erzählen, was in diesen qualmenden Hallen vor sich geht.
Nicht weit weg von der Technicus Akademie findet man die Magierakademie, welche Lehrmeister für so ziemlich alle Ausrichtungen ihr eigen nennt. Magiekundige aller Herren Länder verschlägt es hier her und so mancher wundert sich, wenn er die Akamdie betritt, dass sie von außen kleiner erscheint, als sie innen wirklich ist. Auch hier ranken sich viele Gerüchte über diese Bauten und zwei der meist erzählten sind die, dass zum einen ein Portal sich auf der obersten Spitze befindet, mit welchem man überall hin reisen kann und das innerhalb von wenigen Augenblicken. Das andere Gerücht besagt, dass angeblich sich in den unterirdischen Katakomben alle möglichen Schrecken aufhalten um studiert zu werden und Artefakte mit unermesslicher Macht.
Doch auch andere wissende Künste sind in diesem Viertel vertreten. Es gibt zum Beispiel einen Turm, der sich ganz der Philosophie verschrieben hat, einen Künstlerbereich mit etlichen Gemälden und vieles mehr.




Marktviertel


Im Markt oder auch Händlerviertel wohnen sehr viele Menschen der Mittelschicht und man findet dort Händler und Handwerker für fast alles. Selbst ein paar Zwergen und Elfenhandwerker haben sich dort sesshaft gemacht. Es gibt etliche Gasthäuser und letztendlich findet man alles, was man zum Leben braucht. Gerade viele Händler von Übersee mieten sich in den berühmten Handelshallen ein und bieten ihre Ware feil. Wer entsprechend an die Handelsmarine und die Ewigen Wächter zahlt kann in den Handelshallen einen Standplatz belegen und je nach Zahlung entsprechend lang und viel verkaufen zu versuchen. Dies ist gerade für Händler die viel umherreisen sehr praktisch, auch wenn die Kosten nicht gerade gering sind.




Kirchenviertel


Das verhältnismäßig kleine Kirchenviertel wird von den drei Tempeln des Lichtes, der Dunkelheit und des Zwielichts dominiert. Hier findet man Ausbildungsstätten der verschiedenen Glaubensrichtungen und einen ziemlich großen Friedhof. Der Friedhof liegt gleich am Meer denn viele Porzhianer lassen sich auch gerne auf dem Meer bestatten oder ihre Asche im Meer verstreuen. Die Tempel sind sofort der entsprechenden Enthität zuzuordnen, denn der Tempel des Lichtes erstrahlt im hellsten weiß, der Tempel der Dunkelheit ist aus schwärzestem Obsidian und der Tempel des Zwielichts wirkt wie wabernde Schatten und ist oft nichtmal richtig zu sehen. Doch nicht nur die Tempelanlagen und dazugehörige Klöster und Ausbildungsstätten sind dort vertreten, nein auch diverse Relikthändler und Tavernen, die sich einem der Drei verschrieben haben und ihren Gewinn direkt an die Kirche weitergeben.




Die Oberstadt


Der Adel und die Reichen des Landes sind hier anzutreffen. Ebenfalls findet man hier die berühmte Bastion des Monarchen, eine Festung, die sich über allen anderen erhebt. Seitdem der letzte Monarch gefallen ist, versammelt sich hier der Rat und jedes Ratsmitglied bewohnt einen Teil der Bastion. Die edelsten Gasthäuser sind in diesem Viertel und es ist umgrenzt von einer dicken Mauer, welche noch kraftvoller als die Stadtmauer ist. Nur wer entsprechende Reputation oder Schreiben sein eigen nennen kann, wird dort hinein gelassen. Einstmals wurden die Tore von den Musketieren bewacht, doch seit deren Vertreibung hat sich die Ewige Wache dort breit gemacht.




Militärviertel


Das Militärviertel liegt gleich unterhalb der Oberstadt und wer zu den Oberen möchte, muss zunäächst hier durch. Alle Gebäude sind in strenger Architektur gehalten und man findet so gut wie keine verspielten Verzierungen, ganz im Gegensatz zum Rest der Stadt. Die Ausbildungsstätten der Ewigen Wache, der Handelsmarine und ehemals der Musketiere sind dort, wobei das Gebäude der Musketiere dem Verfall überlassen wurde. Stets schallt der rauhe Ton von militärischen Befehlen über das Gelände und immer wieder marschieren die verschiednen Truppen durch das Viertel. Von hier aus operieren die Ewigen Wachen und entsenden ihre Truppen übers ganze Land.






Im Allgemeinen kommt man vom Hafenviertel in die anderen Bereiche und es gibt aus dem Marktviertel und dem Militärviertel Tore, die durch die Stadtmauern fürhen und den Reisenden ins Umland bringen. In der Hauptstadt findet man ca 20.000 Einwohner und sehr viele fahrende Händler. Die meisten glauben an das Licht (ca 55%), gefolgt vom Dunkel (ca 35%) und der Rest an das Zwielicht (ca 10%), wobei eigentlich jeder Einheimische weiß, dass alle Drei zusammen gehören und es das eine nicht ohne die anderen beiden geben kann.

 

Kleidung und Waffen

In der Hauptstadt findet man den Mittelpunkt der neuesten Mode. Angefangen von den neuesten Frisuren der Damenwelt, bis hin zu den feschesten Accessoires wird man hier fündig werden. Dabei spielt der Stand der jeweiligen Person nur bedingt eine Rolle, denn selbst der ärmste Bürger Porzhias wird, so gut es geht, versuchen sich passend einzukleiden.

Aktuell tragen die meisten Herren ein Leinen oder Wollhemd, sehr häufig mit Spitzen und Rüschen verziert. Dazu wird eine Bundhose angezogen, welche sehr oft auf Höhe der Knie gebunden wird und lange Strümpfe den unteren Teil des Beines bedecken. Die Füße selbst sitzen meist in einfachen Schnallenschuhen oder wenn man viel unterwegs ist in hohen Reiterstiefeln.

Über dem Hemd trägt man meistens eine Weste, welche entweder mit oder ohne Ärmel getragen wird. Manch einer, der nicht ganz mit der neuesten Mode geht, hat ein Hemd mit Rundkragen, welcher über den Westenrand hinausschaut. Eine Kopfbedeckung gehört zum allgemeinen Usus und nur selten wird man einen Hauptstädter ohne Hut antreffen. Hierbei sind sehr häufig Dreispitze oder Hüte mit einer hochgeklappten Krempe anzutreffen, fast immer aus Filz und mit Federn verziert. Wer etwas mehr finanzielle Möglichkeiten hat, trägt auch gerne mal einen Hut aus Leder oder anderen seltenen Materialien. In der kalten Jahreszeit wird oft ein wollener Umhang über den Schultern getragen oder Mäntel die mit Fellen versehen sind.

Bei der Damenwelt sieht man noch eher, wer eher zur arbeitenden Bevölkerung gehört oder sich wenig die Hände schmutzig machen muss.

Die einfachere Bevölkerung trägt zumeist Röcke, welche bis zu den Knöcheln gehen und aus Leinen oder Wolle besteht. Die Füße sind ebenso in Schnallenschuhe oder knöchelhohe Stiefel.

Der Oberkörper wird von einer Bluse mit mehr oder weniger freiem Ausschnitt bedeckt. Wie bei den Männern, sind zuweilen Spitzen und Rüschen zu finden. Oft wird die Dame sich in ein Korsett zwängen, um noch besser ihre Reize zu zeigen. Gerade aber bei denen, welche auch noch tatkräftig arbeiten, findet man eher Westen, die über der Bluse getragen werden und auch, wie bei den Herren wahlweise mit oder ohne Ärmel versehen sind. Gegen Kälte wird sehr häufig ein einfacher Wollumhang getragen. Als Kopfbedeckung findet man entweder einfache Hauben oder bei Damen, die dem Mittelstand angehören, die gleiche Art von Hüten wie bei den Männern.

Die Edlen oder reicheren Damen tragen mehrheitlich wallende und pompöse Kleider, die sehr aufwendig verziert werden. Die verwendeten Materialien sind sehr unterschiedlich und spiegeln oft den Wohlstand wieder. Auch die Kopfbedeckung unterschiedet sich gänzlich. Entweder es wird erst gar keine getragen oder dann prunkvolle Diademe oder Stirnreifen. Wenn es der Frau von Rang fröstelt, wird ein Umhang getragen, bestehend aus feinsten und edelsten Fellen.

Bewaffnung findet man fast ausschließlich bei Männern. Auch wenn Frauen fast schon gleichberechtigt sind, ist es noch nicht üblich, dass sie offen Waffen tragen. Einzig manche Damen aus der Unterschicht oder reiche Edle schmücken sich mit Waffen. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen das die Dame sich nicht zu wehren weiß, denn in manch einem Mieder oder Korsett ist eine verborgene Tasche eingearbeitet, in der sich ein schmaler Dolch verbirgt. Des weiteren trägt fast jeder ein Messer mit sich, welches jedoch nicht unbedingt zum kämpfen gedacht ist, sondern eher um zum Beispiel das Essen zu schneiden. Die Herren tragen sehr häufig Degen, Florette oder Rapiere, auch wenn die wenigsten wirklich damit umgehen können. Die, welche wirklich des Fechtens mächtig sind, tragen oft auch eine sogenannte Linkhand oder einen Parierdolch. Schusswaffen waren bis zum Fall des Monarchen noch häufiger in Gebrauch. Meistens wurden Luntenschlossmusketen oder Arkebusen verwendet. Sehr wohlhabende Bürger ließen sich auch Radschloss oder Steinschlosspistolen aus Übersee liefern. Seit dem Fall des Monarchen trauen sich viele nicht mehr mit Schwarzpulverwaffen auf die Straße, da diese sehr häufig mit den Musketieren assoziiert werden und keiner offen zeigen möchte, dass er oder sie mit diesen sympathisieren.

Stattdessen sind nun wieder häufiger Armbrüste zu sehen, vor allem die kleinen Handarmbrüste.

Plumpe Waffen, wie Schwerter, Äxte, Keulen und dergleichen werden so gut wie nie zu finden sein, da der Porzhianer über dergleichen steht. Ausnahme hierfür findet man unter Umständen im Hafenviertel bei der sehr armen Bevölkerung.

 

einfacher Porzhianer
Ein einfacher Porzhianer
einfache Porzhianerin
einfache porzhianische Händlerin

 

 

 

Geschichten und Mythen rund um die Stadt Porzhia
 


Die Bestie des Umlandes:
 


Kurz vor dem Sturz des Monarchen vernahm man oft die Geschichte der Bestie von Porzhia. Im porzhianischen Umland gab es wohl ein Untier, welches Jagd auf Kinder und Frauen machte. Etliche fielen diesem Monstrum zum Opfer und man fand meistens nur die ausgeweideten Kadaver, wenn überhaupt. Seltsamerweise fiel das Wesen niemals Männer an. Wenn die Geschichten stimmen, war auch ein gehörnter Herr der Bestie immer in der Nähe, welches wohl dieses Tier abgerichtet hatte. Über die genaue Art dieses Schreckens gibt es nur Erzählungen und die einen behaupten, es sei ein übergroßer Wolf, andere meinen es ist ein Troll auf vier Beinen und wieder andere berichten von einem flammenden Hund und vieles phantastische mehr. Kurz vor dem ersten Auftauchen der Bestie gab es in den umliegenden Dörfern eine handvoll Aufständiger, welche auf den Straßen predigten, dass man sich besinnen solle und den Monarchen stürzen solle, denn sonst wird dieser noch einen gewaltigen Schrecken heraufbeschwören um seine Untertanen zu knechten. Jeder tat diese Spinner als neidische Dörfler ab, doch sollte dieser Schrecken kurz darauf porzhianisches Land heimsuchen. Die Musketiere des Monarchen machten Jagd auf die Aufständigen und gleichermaßen auch auf die Bestie, doch ist nicht bekannt, in wie weit sie mit beiden Parteien Erfolg hatten. Sicher ist jedoch, dass ein paar Tage, nachdem der Ältestenrat ins Amt erhoben wurde, nichts mehr von der Bestie zu sehen oder hören war. Sollte es wirklich ein entflohenes Haustier des Monarchen gewesen sein oder eine Strafe der Drei? Niemand vermag dies zu sagen…
 
 
 
Der Blutzorn
 


Immer wieder werden in der Hauptstadt Porzhia die verstümmelten Leichen von armen Bürgern gefunden. Dies ist in soweit nichts besonderes, da zum Beispiel im Hafenviertel immer wieder Messerstechereien an der Tagesordnung stehen. Doch diese Leichen sind mit gezielten Schnitten ihrer sämtlichen Innereien beraubt und trotz dieser Gräueltaten findet sich nie eine zu erwartende Blutlache vor Ort. Schaut man sich die Geschichte der Hauptstadt näher an, so wird man sehr schnell bemerken, dass dies alles in einem Abstand von immer sieben Jahren geschieht. Immer sind es dreizehn Opfer die gefunden werden und immer weisen sie die selben Anzeichen auf. Schon in den Annalen der Musketiere wird von diesem Schrecken berichtet, welcher den Namen “der Blutzorn” erhielt und nie konnte der Mörder gefasst werden. Auch die Ewige Wache steht vor einem Rätsel und weiß nicht weiter. Einige Monsterjäger haben sich bereits in der Vergangenheit auf die Suche nach dem Unmenschen gemacht und es gibt vielerlei Gerüchte, wer oder was dahinter steckt. Vier Jahre vor dem Fall des Monarchen zum Beispiel, dachten viele, dass es der Monarch selbst sei, welcher in seinem Wahn zu solchen Methoden griff. Doch drei Jahre nach seinem Sturz fand man wieder exakt dreizehn ausgeweidete Menschen. Das Fehlen von Blut lässt darauf schließen, dass die Opfer allesamt an einem anderen Ort umgebracht wurden und manch einer sieht die Anatome der Akademie der Heilkünste als Drahtzieher.  Wieder andere vermuten, dass die Magier der Magierakademie mit Dämonen paktieren und dafür diese Opfer brauchen. Es wurde auch schon gemutmaßt, dass eine der wilden Kreaturen aus der porzhianischen Menagerie immer wieder entkommt und die Menschen umbringt. Wer oder was auch dahinter steckt, ist derzeitig zwar noch unbekannt, jedoch jährt sich das schreckliche Ereignis und es wird wohl bald wieder dreizehn ausgeweidete Opfer geben…
 
 
 
Die Stadt unter den Fluten
 
Von jeher erzählt man sich, dass sich nicht unweit des Hafenbeckens eine versunkene Elfenstadt befinden soll. Schon viele Schatzsucher haben sich versucht, doch niemand hat die Stadt gefunden. Dazu sollte man jedoch auch sagen, dass das Meer ziemlich tief ist und irgendetwas hält Zauberkundige davon ab, einen Unterwasseratmungszauber zu wirken. Solcherlei Zauber können zwar gewoben werden, jedoch wenn der Nutznießer an der Stelle ins Wasser geht, an welcher sich die Stadt befinden soll, dann lässt die Wirkung des Zaubers augenblicklich nach. Einige alte Seebären berichten, dass eine Art Fischwesen, welche jedoch auch wie Elfen aussehen sollen, dort zu sehen wären und jeden Eindringling in die Tiefe ziehen, damit diese dort jämmerlich sterben. Kürzlich gab es ziemliches Aufsehen in der Taverne zum Goldfisch. Dort kam ein einbeiniger Seefahrer an, welcher allerlei seltsame Edelsteine bei sich trug und davon erzählte, dass er die Stadt besucht hatte und die Gemmen dort gefunden hätte. Kurz darauf ward er jedoch verschwunden und seitdem versuchen wieder vermehrt die Taucher an den Grund des Meeres zu kommen. Angeblich hat ein reiches Mitglied des Ältestenrates die Technicus Akademie damit beauftragt, einen Weg zu finden, in die Tiefen des Ozeans vorzudringen…
 
 
 
Das Schiff ohne Namen
 
Um diese Legende zu verstehen, muss man sich ein wenig mit der porzhianischen Schifffahrt auseinander setzen. In Porzhia ist es so üblich, dass jedes Schiff, sei es noch so klein oder noch so gewaltig, einen Namen trägt. Selbst die mickrigsten Kanus haben einen Namen. Woher diese Tradition stammt ist in den Nebeln der Vergangenheit verloren, jedoch weiß man sich zu erzählen, dass es vor vielen Jahrzehnten einen Kapitän gab, welcher ein prächtiges und stolzes Schiff erbauen ließ. Er war einer der neun Admiräle der Handelsmarine und war zuversichtlich, dass er das Schicksal und den Segen der Drei auf seiner Seite hatte, was ihn dazu verleiten ließ, sein Schiff ohne Namen loszuschicken. Es dauerte sehr lange, bis er eine Crew zusammen hatte und nur durch sein hohes Vermögen und viele eingelöste Gefallen, konnte er eine handvoll Seebären dazu bewegen, mit ihm die Jungfernfahrt zu bestreiten. Wenn die Erzählungen stimmen, erschienen dem Admiral in der Nacht vor der ersten Fahrt jeweils eine Erscheinung des Lichtes, des Dunkels und des Zwielichtes, um ihn zu warnen, dass diese Fahrt mehr als nur sein Ende bedeuten werde. Doch der ehrgeizige Seebär ließ nicht ab und so startete das Schiff bei klarem Wetter. Kaum hatte es den sicheren Bereich des Hafens verlassen, zog ein schweres Unwetter auf und wenn die Legenden stimmen, erhob sich eine gewaltige Meeresbestie um das Schiff ohne Namen zu verschlucken. Seitdem sieht man immer wieder und vor allem in Neumond und Vollmond Nächten ein geisterhaftes Schiff an der Küste entlang segeln. Man ist gut beraten, schleunigst zu den Dreien zu beten und nur wer bußfertig ist, wird dieses Erlebnis heil überstehen. Doch zog das Schiff, an welchem kein Name zu sehen ist, auch schon viele Seefahrer auf den Grund des Meeres…
 
 
 
Die Schattenklingen
 
Gerade in den zwielichtigen Kreisen von Porzhia erzählt man sich von dem Kult der Schattenklingen. Diese geheimen Mörder und Auftragskiller sollen angeblich ein ganzes Netzwerk in der Kanalisation von Porzhia bewohnen und auch wenn niemand offen darüber spricht, gibt es immer wieder Gerüchte, dass gute Kämpfer dort in Grubenkämpfen sich einiges an Gold verdienen könnten. Doch weiß offiziell natürlich niemand etwas davon und die Ewige Wache erhebt sofort ein Bußgeld, sobald sie mitbekommen, dass irgendjemand den Namen Schattenklingen offen ausspricht. Laut den Aufzeichnungen der Ewigen Wache gab es diese Mördertruppe dereinst, doch wurden sie schon lange von ihnen zur Strecke gebracht. Seltsam ist es jedoch trotzdem, dass immer wieder, ehemals arme Schlucker, die jedoch kräftig von Statur sind, sich erheben und mit Gold um sich werfen. Auf die Frage, wo sie diesen Reichtum her haben, kommt immer die gleiche Aussage: Ein reicher Verwandter aus Übersee hat ihnen diesen Schatz zukommen lassen. Nur seltsam wie viele reiche Verwandte sämtliche kräftige junge Burschen und Damen zu besitzen scheinen…
 
 
 
Die Schattenschwingen
 
In letzter Zeit geht immer wieder das Gerücht um, dass es einen Haufen Intriganten geben soll, welche Schattenschwingen genannt werden. Der Ältestenrat tut das ganze als Gerücht ab, die Ewige Wache jagt diese, in ihren Augen, Verbrecher, würde jedoch nie offen zugeben, dass es sie gibt und eines haben jedoch alle Bewohner Porzhias bei diesem Thema gemein: Niemand möchte, dass die Schattenschwingen sie oder ihn auf ihrer Liste stehen hat, denn meist endet dies mit einem grausamen Tod. Für die Mehrheit der Porzhianer bleiben sie jedoch ein Mythos, auch wenn man sich sagt, dass sie in der Lage wären, gegen entsprechende Entlohnung alles zu finden und dass sie ihre Aufträge immer wieder aufs irrwitzigste bewerkstelligen, vor allem wenn es gegen die Ewige Wache und den Ältestenrat geht…
 
 
 
Der Mann mit der Maske
 
 Gerade in den Tavernen des Marktviertels vernimmt man in letzter Zeit ein gar seltsames Gerücht. In den tiefsten Kerkern der Ewigen Wache soll es einen speziellen Gefangenen geben, welcher ein so schreckliches Äußeres besäße, dass er eine gusseiserne Maske trägt, damit die Wachen nicht voller Angst das Weite suchen. Dieser Unmensch war angeblich für eine Mordserie verantwortlich und willensschwache Wesen, die sein Angesicht gewahren fallen gerechterweise sofort tot um. Er wurde jedoch von den tapferen Recken der Ewigen Wache gefangen genommen und ein Schmied aus Koaden hat diese Maske angefertigt. Seltsam ist nur, dass man auf Nachfragen keinen Schmied in Koaden finden kann, der diese Arbeit erledigt hatte. Auch wenn man bei der Ewigen Wache nachfragt, heißt es nur, dass es ein Märchen ist und sie so jemanden nicht in Gewahrsam hätten. Aber trifft man einen der Wächter im betrunkenen Zustand in einer Taverne wird gerade von diesem Gefangenen sehr oft erzählt…
 
 
 
Die Geisterhure von Porzhia
 
Dieses Märchen hört man sehr häufig dort, wo es auch Freudenmädchen gibt. Gerüchterweise gab es vor hunderten von Jahren eine Hure, welche magisch begabt war und daher ihren Freiern besondere Vergnügen bescherte. Einer der Freier wollte jedoch nicht die entsprechende Bezahlung abgeben und die Hure verfluchte ihn damit, dass er und seinesgleichen niemals Ruhe finden würden. Irgendwie ging der Fluch jedoch nicht ganz so auf, wie die Dame erwartet hatte und sie verstarb noch in dieser Nacht. Jedoch fand man ein paar Tage später den Freier tot vor seinem Haus liegen. Es schien so, als ob er vom Dach gesprungen war, jedoch erzählten einige der Nachbarn, dass sie eine weibliche Stimme vernommen hatten und eine schimmernde Gestalt erblickt hatten. Die Ewige Wache schloss die Akte zügig und sie waren sich schnell einig, dass es wohl ein tragischer Unfall war und die Nachbarn einfach nur zu viel Wein getrunken hatten. In den folgenden Monaten fand man immer wieder Männer, von denen bekannt war, dass sie entsprechende Etablissements besuchten, tot auf. Immer war ihr Gesichtsausdruck voller blankem Entsetzen und immer wieder hörte man von einer geisterhaften Erscheinung. Die Huren Porzhias nutzten bald diesen Mythos und schon manch ein Freier musste sich diese Geschichte anhören, wenn er nicht sofort bereit war zu zahlen. Ob wirklich ein Geist dahinter steckt oder es nur eine Schutzmaßnahme der leichten Damen ist, mag jeder für sich beschließen…